Yahoo: Microsoft-Deal noch diese Woche?

Es ist das vermutlich älteste Gerücht der Internetbranche - das schier ewige Ringen um eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft. Nun scheint zumindest eine Kooperation in greifbarer Nähe: Wie das US-Fachmedium "Advertising Age" berichtet, soll eine Vereinbarung über das einträgliche Geschäft der Internetsuche noch diese Woche über die Bühne gehen. Demnach soll Yahoo Microsofts neue Suchmaschine Bing in sein Portal einbinden, vermarkten und die Einnahmen dann teilen.

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Die Anzeichen verdichteten sich bereits in der vergangenen Woche: Die Verhandlungen über eine Such- und Werbe-Partnerschaft seien „hot and heavy“, wusste „Wall Street Journal“ Tech-Reporterin Kara Swisher zu berichten. Danach sieht es nun tatsächlich aus – wenn auch anders als erwartet.

Längst ist keine Rede mehr von einer Übernahme, sondern nur noch von einer Kooperation. Und auch die könnte anders verlaufen, als einst kolportiert. Nicht Yahoos Suchgeschäft will sich Microsoft einverleiben, sondern vielmehr die eigene Suche vermarkten lassen – von und durch Yahoo.

So berichtet „Ad Age“, Yahoo werde im Zuge des Deals auf die eigene Suche verzichten und künftig Microsofts neues Angebot in das eigene Portal einbinden, auf dem kontextbezogene Werbeinhalte und bezahlte Suchbegriffe platziert würden.

Den Win-Win-Effekt sehen die CEOs Ballmer und Bartz offenbar in folgender Logik: Yahoo könne durch den Verzicht auf eine eigene Suche kosten sparen, während Microsoft gleichzeitig seinen Anteil am Internetsuchgeschäft fühlbar erhöht, wenn auch ohne Google gefährlich werden zu können. So weit zumindest die Theorie.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es so ausgesehen, als stünde der Deal unmittelbar vor dem Abschluss – dann wurden die Gespräche aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen auf Eis gelegt. „Advertising Age“ berichtet, Yahoo wolle für die Vereinbarung eine Vorauszahlung von mehreren hundert Millionen Dollar sowie eine Umsatzgarantie. Nun würden die Erlöse geteilt, berichtet das US-Fachblatt.

Dass die Gespräche wieder aufgenommen wurden, könnte nicht zuletzt an den jüngsten Geschäftsentwicklungen liegen, die Ende der vergangenen Woche überraschten. Der weltgrößte Softwarekonzern musste einen drastischen Gewinneinbruch von 30 Prozent verkraften, während Yahoo seine Erträge auf ermäßigtem Niveau immerhin um 8 Prozent steigern konnte. Die neuen Wachstumsverhältnisse legen den Schluss nahe: Microsoft braucht den Deal inzwischen vielleicht schon mehr als Yahoo.

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