Tageszeitungen verlieren 2,1% Auflage

Die Verkaufskrise der Tageszeitungen hat sich auch im zweiten Quartal 2009 nicht beruhigt. 24,09 Mio. Tageszeitungen wurden pro Exemplar verkauft, ein Minus von 516.598 Stück oder 2,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders heftig traf es u.a. die WAZ-Mediengruppe, die rund 26.000 Abonnenten und 7.500 Kiosk-Verkäufe verlor. Auch "Mitteldeutsche Zeitung", "Leipziger Volkszeitung", "Hamburger Abendblatt", "Bild" und "Handelsblatt" verloren deutlich.

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Beginnen wir bei unserem Blick auf die Zeitungsauflagen des zweiten Quartals bei den überregionalen Titeln. Der größte Verlierer heißt in diesem Segment wieder „Bild“. Dem Boulevard-Giganten gingen im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 168.295 verkaufte Zeitungen verloren – ein Minus von satten 5,0%. Auch das „Handelsblatt“ (-4,7%) und „Die Welt + Welt kompakt“ (-3,5%) verloren deutlich. Die drei Gewinner heißen bei den Gesamtverkaufszahlen „F.A.Z.“, „Financial Times Deutschland“ und „die tageszeitung“. Während „FTD“ und „taz“ neben zusätzlichen sonstigen Verkäufen auch bei Abo und Einzelverkauf zulegen konnten, hat die „F.A.Z.“ ihre Auflage nur durch ein Plus von rund 9.000 Bordexemplaren in die schwarzen Zahlen gebracht. Bei den Abos und am Kiosk ging es nämlich nach unten. Genau umgekehrt sieht es bei der „Süddeutschen Zeitung“ aus. Das Blatt verzeichnet ein Plus von 5,7% im Einzelverkauf und nur ein Mini-Minus von 0,1% bei den Abos. Einzig rund 10.000 sonstige Verkäufe weniger haben in der Gesamtauflage aus dem Plus ein Minus gemacht.

Fast nur rot sind die Zahlen bei den großen Regionalzeitungen, die wir Ihnen wie immer in einer großen Übersicht präsentieren. So gibt es in den sechs östlichen Bundesländern nur eine Tageszeitung, die oberflächlich betrachtet bei der Auflage zulegen konnte: „Der Tagesspiegel“. Ein näherer Blick zeigt aber auch hier, dass nur durch eine Steigerung der sonstigen Verkäufe das Minus bei der harten Auflage ausgeglichen werden konnte. Ohne diese Aktion wäre auch „Der Tagesspiegel“ ein Verlierer des Quartals. Besonders deutliche Verluste gibt es in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. So verlor die „Mitteldeutsche Zeitung“ 4,5% ihrer verkauften Auflage, die „Leipziger Volkszeitung“ 4,1% und die zur WAZ gehörende Zeitungsgruppe Thüringen 3,7%:

Nicht ganz so hoch sind die Verluste im Norden – mit einer Ausnahme. So verlor das „Hamburger Abendblatt“ 4,5% seiner Vorjahresverkäufe. Zwar hat das „Abendblatt“ ordentlich sonstige Verkäufe abgebaut, aber auch im Kiosk-Verkauf (-4,9%) und bei den Abos (-2,4%) ging es deutlich nach unten. Die beiden Gewinner „Braunschweiger Zeitung“ und „sh:z“ – Sie ahnen es schon – haben nur gewonnen, weil die sonstigen Verkäufe gesteigert wurden. Auch der relativ kleine Verlierer „Hamburger Morgenpost“ hat die Zahlen in dieser Rubrik nach oben angepasst. Im größten Bundesland NRW gibt es nach absoluten Zahlen auch den größten Verlierer Deutschlands: die WAZ-Mediengruppe. Rund 26.000 Abonnenten verloren die Zeitungen des Verlags in einem Jahr, dazu rund 7.500 Kiosk-Verkäufe. Ergebnis: ein fettes Minus von 3,7%.

Im Süden geht es den Regionalzeitungen derzeit vergleichsweise am besten. Alle 12 Titel unserer Übersicht liegen mit ihren Verlusten unter dem Bundesdurchschnitt von 2,1%. So verlor die „HNA“ 1,1%, „Die Rheinpfalz“ 1,2%, die „Südwest Presse“ 1,2% und die „Augsburger Allgemeine“ nur 0,5%. Doch auch hier wurde bei dem einen oder anderen Blatt mit sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren die Auflage angehoben, um die wahren Verkaufsverluste auszugleichen.

Zum Schluss noch der Blick auf die Wochen- und Sonntagszeitungen. Hier gibt es tatsächliche Erfolge zu feiern. So ist das fette Plus der „Zeit“ (+4,5%) ein echtes Plus, das sogar noch höher ausgefallen wäre, wenn der Verlag nicht bei den sonstigen Verkäufen gestrichen hätte. Bei den Abos und im Einzelverkauf ging es nämlich sogar jeweils um mehr als 6% nach oben. Ebenfalls freuen darf sich die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, die insbesondere bei den Abos kräftig gewonnen hat (+3,8%). Die „Welt am Sonntag“ gewann hingegen vor allem bei den sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren, die harte Auflage ist hier rückläufig.

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