Gruner + Jahr: Ärger in Spanien

Gruner + Jahr plant bei seinen beiden spanischen Verlags-Töchtern Gruner+Jahr Espana und Motorpress Iberica offenbar Entlassungen. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt". Die Jobs von bis zu 200 Mitarbeiter von Gruner + Jahr Espana und Motorpress Iberica sollen wegfallen. Derzeit verhandeln Geschäftsführung und Betriebsrat. Außerdem gibt es Ärger mit dem ehemaligen Motorpress-Iberica-Chef Samaranch.

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Sogar Hartmut Ostrowski, Chef des G+J-Mutterkonzerns Bertelsmann, soll vor dem Arbeitsgericht in Madrid als Zeuge aussagen. Hintergrund: José Luis Samaranch, ehemaliger Chef der spanischen G+J-Tochter Motorpress Iberica, klagt gegen seinen Rauswurf vom Januar. Laut „Abendblatt“ wirft Samaranch G+J-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein vor, dieser habe verlangt, dass er Bilanzen manipuliere.

Gegen diesen Vorwurf versucht Gruner + Jahr seinerseits mit einer Einstweiligen Verfügung vorzugehen, die nach Darstellung von „Abendblatt“-Medienkolumnist Kai-Hinrich Renner aber noch nicht wirksam ist. G+J hat Samaranch, ein Verwandter des ehemaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch, wegen manipulierter Bilanzen gefeuert. Samaranch versucht sich nun zu rechtfertigen, indem er behauptet, er habe auf Anweisung des Vorstandes gehandelt. Für Gruner + Jahr sind solche Vorwürfe freilich untragbar. Bereits im Februar hatte der G+J-Aufsichtsrat anhand eines Gutachtens von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young festhalten lassen, dass die Vorwürfe Samaranchs gegenüber dem Vorstandsmitglied Klein haltlos sind. Seltsam: Samaranch selbst soll das Klein entlastende Gutachten in Auftrag gegeben haben.

Warum muss jetzt Bertelsmann-Chef Ostrowski zum Arbeitsgericht nach Madrid reisen? Er soll dort offenbar Aussagen zum Verhaltenskodex von Bertelsmann machen. Das spanische Gericht versucht auf diese Weise, Licht in die verworrenen Vorgänge zu bringen.

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