Deutschlands eklige TV-Köche

Kochshows sind bei öffentlich-rechtlichen Sendern und Privaten nach wie vor ein großer Hit und fester Bestandteil der Programmplanung. Das Erste hat Tim Mälzer, im ZDF schwingt Markus Lanz mit einer ganzen Brigade an Köchen die Löffel und ebenfalls im Zweiten geben Johann Lafer und Horst Lichter in "Lafer! Lichter! Lecker!" samstags Einblick in ihr Topf-Programm. Im "Focus" beklagt sich nun der Leipziger Hygiene-Professor Karsten Fehlhaber. Er findet das Gebaren deutscher TV-Köche "unappetitlich".

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Fehlhaber leitet das Institut für Lebensmittelhygiene an der Universität Leipzig. Im Interview mit „Focus“ hat er eine ganze Menge an den Kochshows im Fernsehen zu kritisieren. So sollten TV-Köche seiner Meinung nach Kochmützen tragen. „Wir verlieren Hunderttausende Hautschuppen pro Tag; die meisten sind so klein, dass man sie nicht sieht. Ein Teil stammt auch aus dem Haar“, so der Sauberkeits-Professor.

Weiteres Manko: TV-Köche würden sich zu selten die Hände waschen. „Dabei ist es beim Wechseln zwischen den Zutaten – vor allem wenn Fleisch angefasst wurde – wirklich wichtig, die Hände gründlich zu reinigen und abzutrocknen.“ Eine weitere Unsitte: „Sich mit den Fingern ein Häppchen zu angeln, in den Mund zu stecken und dann das Lammfilet oder die Zucchini anzufassen.“ Soweit, einen Hygienie-Beauftragten für Fernsehküchen zu fordern, geht er dann doch nicht. Aber die TV-Köche gäben für Hobbyköche allesamt ein Beispiel für schlechte Küchenhygiene ab, so der Hygiene-Professor. Der Popularität der TV-Kocherei dürften solche Einwände freilich keinen Abbruch tun.

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