Comcast: der weltgrößte Medienkonzern

Der US-Kabelkonzern Comcast ist 2009 erstmals zum größten Medienunternehmen der Welt aufgestiegen. Der Grund: Die bisherige Nummer eins, Time Warner, ist nach einer Abspaltung seines Kabelgeschäfts weit abgefallen. Doch Comcast gehört zu den wenigen Unternehmen der Branche, die auch in Krisenzeiten noch wachsen. Kurios: Die neue Spitzenposition steht in krassem Missverhältnis zu dem negativen Image des Konzerns, wie die "Süddeutsche Zeitung" in einem ausführlichen Porträt darstellt.

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Comcast führte gleich zweimal die Liste der amerikanischen Unternehmen mit dem schlechtesten Service und der geringsten Kundenzufriedenheit an. Doch der Negativrekord kratzt nicht am Erfolg der Firma. Der Umsatz lag im ersten Quartal 2009 bei 6,78 Milliarden Euro. Damit lag Comcast vor der Walt Disney Company mit 6,21 Milliarden und News Corp mit 5,66 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2009 steigerte Comcast seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent, der Umsatz stieg um fünf Prozent.

Der bisherige Marktführer Time Warner verlor seine Spitzenposition, nachdem er sich im März von seiner Kabel-Tochter Time Warner Cable getrennt hatte. Noch im laufenden Jahr ist mit der Abspaltung von AOL eine weitere Verkleinerung geplant.

Die Comcast Corp., die 1963 vom Vater des amtierenden CEO Brian L. Roberts gegründet wurde, stieg mit der Übernahme von AT&T Broadband 2002 zum größten Kabelfernsehbetreiber der USA auf. 2004 wollte Comcast für 66 Milliarden Dollar die Walt Disney Company kaufen. Doch die feindliche Übernahme scheiterte. Das Unternehmen hat zur Zeit mehr als 24 Millionen Kunden und über 100.000 Mitarbeiter. In Deutschland war der Medienkonzern früher an dem Shopping-Kanal QVC beteiligt. Derzeit kooperiert Comcast an dem Kabelsender E! Entertainment Television und Golf Channel.

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