Apple: Musik-„Cocktail“ für Tablet Mac?

Seit Monaten beschäftigt Apple-Fans nur ein Thema: Die immer konkreteren Gerüchte über den Tablet Mac, der nach Einschätzung von Branchenexperten und Analysten schon in den nächsten Monaten auf den Markt kommen könnte. Angeheizt werden die Spekulationen nun von einem Bericht der "Financial Times", die bereits eine neue Initiative Apples als Anreiz für den Tablet Mac ausgemacht haben will. So will das Kultunternehmen aus Cupertino angeblich die Musikalben im iTunes Store mit Zusatzangeboten aufwerten.

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Es ist wieder einmal ein Apple-Sommer: Das neue iPhone 3G S ist der erwartete Kassenschlager, während sich die im Frühjahr preislich reduzierten MacBooks so gut verkaufen, dass Apple mit der Produktion nicht mehr nachkommt. All das reflektierten die letzte Woche veröffentlichten Quartalsergebnisse, die wieder einmal auf Rekordniveau lagen.

Doch bekanntlich ist auch ein Kultunternehmen immer nur so gut wie die letzten Ergebnisse. Deswegen wittern Branchenexperten, Apple-Fans und Analysten gleichermaßen den nächsten Coup – nämlich in Form des längst mythisch verklärten Kleinstcomputers Tablet Mac, der ein Zwischenstück zwischen iPod touch und MacBook sein könnte.
Auch wenn Apples Interim-CEO Tim Cook beim letzten Conference Call die Nachfragen mit der belustigten Bemerkung abkanzelte, Apple wisse nicht, wie man ein 400 bis 500 Dollar teures Netbook anbiete, verdichten sich die Gerüchte immer mehr.

Wie das Blog „AppleInsider“ am Wochenende berichtete, befinden sich die Planungen für ein 10 Zoll großes Gerät in der Endphase. Tatsächlich sollen bereits Gespräche mit einem Netzbetreiber über die Nutzung der nächsten Mobilfunkgeneration 4G laufen, die den Tablet Mac zum mobilen Hochgeschwindkeits-Surfbook machen würde.

Eher nebensächlich erscheint da ein weiteres Zusatzfeature, das die „Financial Times“ entdeckt haben will. So spekuliert die britische Wirtschaftszeitung darüber, dass Apple in Kooperation mit den vier großen Musiklabels EMI, Sony Music, Warner Music und Universal Music an einem Geheimprojekt namens „Cocktail“ arbeitet, das die Attraktivität von Musikalben aufwerten soll.

Die nämlich leiden unter dem Selektionsprinzip erheblich. Bekanntermaßen können iTunes-Nutzer, anders als beim traditionellen CD-Kauf, auch einzelne Songs herunterladen, ohne das ganze Album kaufen zu müssen.

Die neue Auswahl-Freiheit tut der chronisch defizitären Musikbranche jedoch offenkundig weh. Im vergangenen Jahr gaben die US-Albumabverkäufe nach Erhebungen von SoundScan um 14 Prozent auf 428,4 Millionen Einheiten nach.

Entsprechend bemüht fällt nun die Initiative zur Rettung des Musikalbums aus. „Es geht darum, den Glanz des Albums wiederzubeleben – wie seinerzeit, als man mit Freunden zusammensaß und das Artwork des Albums bestaunte“, zitiert die FT einen Musikmanager, der mit den Plänen des Projekts „Cocktails“ vertraut ist.

„Es geht hier nicht nur um PDFs“, erklärt ein anderer Musikmanager. „Es geht hier um eine echte Einbindung an die Zusatzfeatures“. Als solche nennt die „FT“ etwa Videos, Songtexte und Booklets. Ob diese Extras den schwindsüchtigen Albumverkäufen tatsächlich auf die Beine helfen, bleibt eine Ermessensfrage – der lang ersehnte Tablet Mac dürfte sich auch ohne Musik-Extras verkaufen.

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