„NYT“ macht deutlichen Gewinnsprung

Die New York Times Company kann im zweiten Quartal 2009 ein erstaunliches Gewinnwachstum verzeichnen. Unterm Strich bleiben dem kriselnden Medienunternehmen, dank rigorosem Sparpaket, 39,1 Millionen Dollar oder 27 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Steigerung um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als der Konzerngewinn bei nur 21,1 Millionen Dollar oder 15 Cent pro Aktie lag. Dennoch drückt die anhaltende Anzeigenkrise weiterhin auf die Euphoriebremse. Der Umsatz ging erneut zurück.

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Damit reiht sich die „Times“ ein in die Liste der großen US-Verlage, die mit dickem Rotstift der Krise zu trotzen scheinen. Gannett („USA Today“), McClatchy („Miami Herald“) und der Media-General-Konzern haben ebenfalls durch intensive Sparprogramme bei stagnierenden bis rückläufigen Umsätzen Überschüsse erwirtschaftet. Der Umsatz des New-York-Times-Verlags ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 20 Prozent zurück und stand bei 561 Millionen Dollar.

Der Verlag hat die Ausgaben im zweiten Quartal um 20 Prozent reduziert. Insgesamt will man 450 Millionen Dollar in diesem Jahr einsparen. Erreicht werden soll dieses Ziel unter anderem durch die Schließung mehrerer Regionalbüros. Zudem steht bereitet der Verlag den Verkauf des verschuldeten „Boston Globe“ vor. Erst kürzlich haben Arbeitnehmer-Vertreter einer Gehaltskürzung zugestimmt und die Tageszeitung damit wieder interessant für potentielle Käufer gemacht.

Das Hauptproblem der New York Times Company bleibt aber das Anzeigengeschäft. Im zweiten Quartal gingen die Werbeerlöse erneut zurück, um 32 Prozent. Sogar im Web, das eigentlich als Hoffnungsträger galt, brachen die Anzeigenerlöse um 15 Prozent ein. „Das Web ist nicht mehr das stabile Rettungsboot, das es noch vor sechs Monaten zu sein schien“, sagte „NYT“-Chefredakteur Keller.

Anfang des Jahres spekulierten Branchenkenner, dass der altehrwürdige Verlag womöglich noch in diesem Jahr Pleite gehen könnte. Verbindlichkeiten in Höhe von über 400 Millionen Dollar waren im Mai fällig gewesen. Um dies zu bezahlen verkaufte der Konzern mehrere Etagen des verlagseigenen Gebäudes und nahm einen Kredit bei dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim auf.

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