Schönmann soll Condé Nast verlassen

Neuer Paukenschlag bei Condé Nast Deutschland: Nach der Verpflichtung von Springer-Verlagsgeschäftsführer Moritz von Laffert als "President" der Münchner Dependance des US-Medienhauses scheint ein prominenter Abgang kurz bevor zu stehen. Wie MEEDIA erfuhr, muss General Manager Markus Schönmann den Verlag verlassen. Hintergrund: Der 41-Jährige soll nach Berichten aus dem Unternehmensumfeld Verleger Jonathan Newhouse durch Medienartikel verärgert haben. Vom Verlag liegt noch keine Stellungnahme vor.

Anzeige

Schönmann steht rund ein Jahrzehnt in Condé Nast-Diensten und war nach dem überstürzten Ausscheiden von Europa-Chef Bernd Runge interimistisch die Nummer eins im Deutschland-Geschäft. Als Publisher hatte er den Launch von „Myself“ erfolgreich betreut, zudem in gleicher Funktion die letzten Monate der inzwischen eingestellten deutschen „Vanity Fair“ begleitet und dort den geschassten Vorgänger Sven Schrader ersetzt.

Nachdem neben Runge und Schrader nun wohl auch Schönmann aus der Entscheiderriege verabschiedet wird, steht die Führung von Condé Nast Deutschland vor einer Runderneuerung. Eine Aufgabe, der sich jetzt Neuzugang Moritz von Laffert, 41, in uneingeschränkter Machtposition widmen kann – offiziell erst zum 1. Oktober. Viel spricht dafür, dass dieser Zeitpunkt nun vorgezogen wird, damit Condé Nast nicht führungslos durch die Sommermonate kommen muss. Die Aufgaben von Lafferts bei Springer sind mit dem Umzug der Musiktitel nach Berlin und dem Verkauf von „Jolie“ ohnehin erledigt.

Der neue Mann an der Spitze war offenbar auch das Problem bei der Personalie Schönmann. Dieser war ob mit oder ohne sein Zutun zuletzt in Veröffentlichungen von Mediendiensten als starker Mann bei Condé Nast präsentiert worden, als einer, mit dem sich von Laffert die Verantwortung würde teilen müssen. Das konnte diesem, unmittelbar nachdem sein Wechsel kommuniziert worden war, kaum recht sein.

Auch Jonathan Newhouse blieben die Artikel nicht verborgen. Aus seinem Londoner Umfeld wird berichtet, der Verleger sei über die Veröffentlichungen „extremely not amused“, und er habe dies Schönmann persönlich angelastet: das Aus für den General Manager. Angeblich soll der 41-Jährige seine Termine abgesagt haben und bis zu seinem Sommerurlaub krank geschrieben sein. Niemand rechnet damit, dass er nach den Ferien an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt.

Newhouse hatte sich in den sieben Monaten der Suche nach einem Nachfolger für Bernd Runge zur Zukunft von Markus Schönmann nie geäußert und externe Anfragen über die künftige Rolle seines General Managers fast eisern ignoriert. Nicht auszuschließen, dass dieser am Ende bei der Klärung der Kompetenzen ein wenig „nachhalf“ und damit bei Newhouse vor die Wand lief.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige