Anzeige

Rückzug wegen Web2.0-Häme

Die Vodafone-Kampagne mit Bloggern als Testimonials sorgt weiter für Unruhe in der Web-Szene. Jetzt hat Testimonial Ute Hamelmann alias Frau Schnutinger ihren Rückzug aus dem Web2.0 verkündet. Grund waren kritische Kommentare zu einem ihrer Beiträge im Vodafone-Blog. Hamelmann hatte dort ein Vodafone-Handy überschwänglich gelobt. In ihrem Blog verabschiedete sich Hamelmann kurz darauf aus der Szene: "So masochistisch bin ich dann doch nicht veranlagt, als dass ich mir das alles dauerhaft geben müsste."

Anzeige

Wenn ihr jedes Wort im Munde herumgedreht werde, habe das alles keinen Sinn mehr, so Hamelmann weiter. Auslöser des ganzen Ärgers war ein Eintrag Ute Hamelmanns im Vodafone-Blog mit dem Titel „Twitter-Mom“. Darin schreibt sie, wie sie Soziale Netzwerke wie Facebook privat nutzt und lobt ein neues Vodafone-Handy („Tolles Ding mit wenig Knöpfen dran“), mit dem sie auch Bilder bei dem Fotodienst Flickr problemlos hochladen und in ihr Blog stellen könne. Der Beitrag löste eine Flut an extrem kritischen Kommentaren aus. Der bekannte Blogger Felix Schwenzel vermerkte, dass Ute Hamelmann seit Wochen kein Foto bei Flickr mehr online gestellt habe und bezeichnete Hamelmanns Beitrag als „PR-Gesülze“. Hamelmann versuchte sich zunächst noch, in den Kommentaren zu rechtfertigen („Für den Artikel gab’s nicht mal Geld, aber wenn ich was mache, dann fühle ich mich in gewisser Weise den Leuten auch verpflichtet.“), brach im weiteren Verlauf die Diskussion aber ab.

In einem Beitrag in ihrem eigenen Weblog, den sie zwischenzeitlich gelöscht hat, der über Googles Cache weiter im Netz verfügbar ist, schrieb Hamelmann kurz vor der Eskalation sehr selbstkritisch über ihr Engagement in der Vodafone-Kampagne: „Ja, ich hatte mir das anders vorgestellt, ich will in der Tat nicht nur die Quotenmutti in einem Werbespot sein.“ Der Geldbetrag, den sie für den dreitägigen Werbedreh erhalten habe, decke nicht einmal ihre bisherigen Ausgaben fürs Bloggen, schrieb sie weiter.

Nico Lumma, Social Media Director bei der für die Kampagne verantwortlichen Werbeagentur Scholz & Friends, schaltete sich auch in die Diskussion auf dem Vodafone-Blog ein. Er betonte, dass weder Vodafone noch Scholz & Friends Beiträge auf dem Blog faken würden: „Jeder Autor hat eine andere Schreibe und andere Themen, aber die Bandbreite an Themen wird dieses Blog interessant halten.“ Ute Hamelmann verabschiedete sich auf ihrem eigenen Blog mit einem ihrer Comic-Strips. Überschrift: „Tja“.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige