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S&F-Chef: „TV hat als Leitmedium abgedankt“

FM Schmidt gilt als einer der hochkarätigsten Werbestrategen der Republik und verantwortet als Vorstandsvorsitzender von Scholz & Friends die Geschäfte der größten unabhängigen Agentur in Deutschland. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" gibt der 47-Jährige Einblicke in die schwierige Marktlage sowie die Notwendigkeit der crossmedialen Markenkommunikation. Denn das Fernsehen, so der Kopf hinter der neuen Vodafone-Kampagne, habe "als Leitmedium abgedankt"

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Seine Überzeugung untermauert Schmidt so: „Heute lockt das Fernsehen nur noch bei Großereignissen – wie einer Fußball-WM – die Massen vor den Bildschirm. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Kanäle durch das Internet vervielfacht, insbesondere durch den Rückkanal, der aus Rezipienten Produzenten macht.“ Dagegen gewinne derzeit die „Interaktion der Communities rasant an Bedeutung“. Nach seiner Ansicht sei es die Aufgabe einer erfolgreichen Marketingkommunikation, „den Menschen dort zu begegnen, wo sie sich aufhalten: medial und im wirklichen Leben“.
Diese Aussagen dokumentieren auch eine neue strategische Ausrichtung bei Scholz & Friends. Noch vor einem Jahr hatte FM Schmidt erklärt, dass die Bedeutung von sozialen Netzwerken für die Werbung „überschätzt“ würde. Gegenüber dem „Abendblatt“ definiert er moderne Marketingkommunikation jetzt so: „Sie beschränkt sich nicht darauf, einen Spot in einem Werbeblock oder im Radio zu schalten und eine Anzeigen- oder Plakatkampagne zu entwerfen. Der Wahlkampf von Barack Obama hat gezeigt, wie wirkungsmächtig die Nutzung von YouTube, von Social-Media-Plattformen oder personalisiertem Mail-Versand sein kann.“
Die „Methode Obama“ gewinne in der Wirtschaftskommunikation immer mehr an Bedeutung: „Marken müssen deutlicher auf ihre Zielgruppen zugeschnittene Lösungen anbieten, die von einer Leitidee getragen werden. Die Kreativität der Zukunft wird in einem hohen Maß eine Kreativität der Kanäle sein.“ Dabei gehe es darum, die verschiedensten Kommunikationswege zu vernetzen und in „eine Dramaturgie einzubinden“, bei der eine interessante Botschaft den Kern bilde.
Scholz & Friends habe sich, so FM Schmidt, „konsequent von einer Werbeagentur zu einer Kommunikationsgruppe“ entwickelt. Er sieht sein Unternehmen daher sogar „mittelfristig als einen der Treiber des Konsolidierungsprozesses in der Branche“. Außerordentlich zufrieden ist Schmidt mit der Eroberung des Vodafone-Etats: „Damit ist uns der größte Neugeschäftserfolg seit einem Jahrzehnt gelungen.“ Für Vodafone hat S&F kürzlich eine auf die Web2.0-Generation zugeschnittene Image-Kampagne gelauncht, die zu heftigen Kontroversen in der Bloggerszene geführt hat.

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