Doch neue Ermittlungen gegen Handy-Hacker?

Neue Informationen des "Guardian" erhöhen den Druck auf Scotland Yard, in der Affäre um "gehackte" und abgehörte Promi-Telefonate doch neue Ermittlungen aufzunehmen. Offenbar hat die Polizei eine belastende Mail aus der Redaktion der "News of the World" (NoW) nicht an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Die Mail soll die Einzeltäter-These des Murdoch-Blattes widerlegen.

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Murdochs News Corp. hält bis heute eisern an der Behauptung fest, das Abhören von Mailbox-Nachrichten habe nur einmalig und ohne Wissen der Redaktion stattgefunden, nämlich durch den 2007 zu Gefängnis verurteilten „Royals“-Reporter Clive Goodman. „Guardian“-Reporter Nick Davies liefert seit gut einer Woche zahlreiche Hinweise, dass diese Praxis verbreitet und geradezu alltäglich war – und womöglich noch ist.
Die belastende Mail betrifft den NoW-Chefreporter Neville Thurlbeck: Sie enthält die Abschrift von mehr als dreißig abgehörten Mailbox-Nachrichten des Fußball-Funktionärs Gordon Taylor, den Murdochs Verlag mit einer Zahlung von etwa 700.000 Pfund ruhiggestellt haben soll. Der fleißige „NoW“-Redakteur vermerkte, die Abschriften seien „für Neville“ zusammengestellt worden.
Scotland Yard hatte nach den ersten „Guardian“-Enthüllungen neue Ermittlungen abgelehnt, weil keine neuen Erkenntnisse vorlägen. Englische Medien außer „Guardian“ und BBC haben die Affäre bislang eher klein gehalten; wie Beobachter vermuten, weil die Praxis der illegalen Informationsbeschaffung mit Hilfe von Privatdetektiven überall verbreitet ist.
Am heutigen Dienstag muss Andy Coulson vor einem Unterhaus-Ausschuss aussagen: der ehemalige NoW-Chefredakteur, der inzwischen ein Chef-Stratege der konservativen Wahlkampagne ist.

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