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Statista: „Paid Content kann funktionieren“

Von wegen die deutsche Webszene sei ein Haufen von Raubkopierern guter US-Ideen. Statista ist ein erfolgreicher Gegenbeweis: Ob Sex, Internetnutzung oder Apples App-Store. Seit rund 14 Monaten liefert das Start-up Millionen von Statistiken zu fast jedem Thema. Nun erfindet sich das Portal teilweise neu. Denn Gründer Friedrich Schwandt machte eine erstaunliche Entdeckung: "Die Nutzer sind durchaus bereit zu zahlen. Das war wohl die erfreulichste Lehre aus den ersten Online-Monaten."

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Es ist fast schon ein Klassiker bei Web-Start-ups: Nach dem ersten Online-Jahr wird das Angebot, die Seite und das Geschäftsmodell noch einmal kritisch überdacht. So auch bei dem Hamburger Zahlenfetischisten. Die wichtigsten Erkenntnisse: Die Seitenstruktur musste überarbeitet werden und die Suche komplett neu aufgesetzt. Darüber hinaus starten in der nächsten Woche neue Themen-Channels, während alle journalistischen Inhalte verschwinden werden. Der Versuch mit redaktionellem Content zu punkten, lief offenbar komplett an den Nutzer-Interessen vorbei. Auch das Geschäftsmodell ändert sich nun grundlegend: „Unser Fokus liegt auf dem Ausbau des überzeugenden Paid Content Angebots“, sagt Schwandt.
 
Es gilt: „Die ersten Informationen sind frei; je spezialisierte man in ein Themengebiet einsteigt, desto eher sind die Kunden bereit für den Content zu zahlen“, erklärt der Gründer. Die meisten Preise liegen zwischen zwei und zehn Euro. Es gibt allerdings auch Statistiken, für die die Hamburger weit über 200 Euro verlangen.

Schwandt ist davon überzeugt: „Paid Content funktioniert dann, wenn ich ein uniques Angebot habe, dass ein wichtiges Bedürfnis von Geschäftskunden befriedigt bzw. wenn es ihnen eine echte Zeitersparnis bietet.“ Passend zu dieser Analyse erzählt der Gründer: „Ein Großteil unsere Nachfrage verzeichnen wir zwischen 22 und 24 Uhr. Dann sitzen die Leute an ihrer Präsentation für den nächsten Morgen und brauchen dringend noch eine Statistik. Das ist der Moment, in dem sie auch bereit sind zu zahlen.“

Auf zweierlei Wegen kommen die Hamburger an das Datenmaterial, das sie dann eigenhändig in kleine übersichtliche Statistiken aufbereiten. Erstens: Durch eigene Recherche und zweitens in dem sie riesige Daten-Pakete von bekannten Instituten wie Allensbach (IfD), Institutionen wie dem Statistischen Bundesamt oder dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bekommen.

Seit Anfang des Jahres erfasst die IVW die Besucherzahlen von Statista.com. Aktuell kommt die Site auf 980.978 Page Impression und 241.839 Visits. Eine weitere Steigerung der Nutzerzahlen liegt mittlerweile jedoch gar nicht mehr der Fokus von Schwandt. Viel wichtiger ist es ihm, dass bis zum Ende des Jahres der Break Even geschafft ist. Schon heute sagt der Gründer über sein Portal: „Wir sind eine kleine dpa für Statistiken.“

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