Gannett trotz Gewinnplus weiterhin gefährdet

Beim US-Zeitungsverlag Gannett ("USA Today") scheint die Krise überstanden. Doch nur auf den ersten Blick: Im zweiten Quartal 2009 hat der Medienkonzern einen Nettogewinn von 70,5 Millionen Dollar erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch 2,29 Milliarden Dollar mit einem dicken Minus zu Buche standen, erscheint dieser Anstieg enorm. Doch mit den drastischen Sparmaßnahmen, die der Verlag in den letzten zwei Jahren durchführte, hat das positive Ergebnis wenig zu tun.

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Unter dem Strich steht, dass der Medienkonzern innerhalb eines Jahres fast zwei Milliarden Dollar einsparte. Gannetts Erfolgsrezept: Stellenabbau. Seit 2007 wurden über 10.000 Mitarbeiter entlassen. Dass dies der Grund für die positive Entwicklung ist, mögen einem die nackten Zahlen glauben machen.
Ein Blick in die Bilanz verrät, wie die Einsparungen tatsächlich zustande gekommen sind. Im zweiten Quartal 2008 wurden nachsteuerlich Sonderbelastungen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar im operativen Geschäft aufgeführt, die im aktuellen Rechnungszeitraum nicht angefallen sind. Verrechnet man dies, ist die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr weiterhin negativ. Von einer Trendwende kann also keine Rede sein. In Q1 war der Gewinn abermals um 60 Prozent zurückgegangen.
Fakt ist, dass auch der Umsatz weiterhin rückläufig ist. Im Vergleich zum Vorjahr ging dieser um 18 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zurück. Im zweiten Quartal 2008 standen noch 2,2 Milliarden Dollar zu Buche. Ein noch stärkerer Rückgang als im ersten Quartal dieses Jahres. Experten gehen davon aus, dass der Gannett-Konzern nach wie vor von der Pleite bedroht ist.
Der Herausgeber der auflagenstärksten US-Zeitung („USA Today“) und 83 weiterer Regionaltitel steht seit über einem Jahr kurz vor dem Bankrott. Ein massiver Schuldenberg in Höhe von über 712 Millionen Dollar, der bis 2011 abbezahlt werden muss, droht den Verlag zu erdrücken, zumal versäumt wurde, die Schulden langfristig zu strukturieren.

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