Jahreszeiten-Verlag plant Kurzarbeit

Der Hamburger Jahreszeiten-Verlag (Jalag) plant nach Informationen von MEEDIA offenbar Kurzarbeit für die gesamte Belegschaft. In einer internen Mail hat die Geschäftsführung für den morgigen Donnerstag zu einer Mitarbeiterversammlung geladen. Parallel laufen Gespräche mit dem Betriebsrat mit dem Ziel, "die Möglichkeit einer Kurzarbeit für die kommenden Monate zu prüfen und umzusetzen." Wie MEEDIA erfuhr, soll dies bis 20 Prozent der Gehaltskosten einsparen und auch für Leitende gelten.

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In dem von allen Geschäftsführern gezeichneten Schreiben heißt es zur Begründung: „Die dramatischen Einbrüche der Anzeigenbuchungen in den vergangenen Wochen für das Geschäftsjahr 2009 zwingen uns, weitergehende und kurzfristige Kostenreduzierungsmaßnahmen zu überlegen.“ In die Planungen ist inzwischen auch die Bundesagentur für Arbeit mit einbezogen.
Neben den Anzeigeneinbrüchen hat auch die erste Expertise der mit der Überprüfung der Verlagsstrukturen beauftragten Unternehmensberatung Schmidt, Grund, Partner den Anstoß für das Sparprojekt des Managements gegeben. Ausschlaggebend sei, so dem Jalag (u.a. „Merian“, „Petra“, „Für Sie“, „Feinschmecker“, „Prinz“) nahestehende Kreise zudem der jetzt publik gewordene Gehaltsverzicht der Bertelsmann-Angestellten gewesen.
Am Donnerstag um 12 Uhr werden die Mitarbeiter informiert. Offenbar stehen zwei Varianten im Raum, die einen 10- bzw. 20-prozentigen Lohnverzicht bei entsprechend reduzierter Arbeitszeit vorsehen. Wann die Sparrunde beginnt und wie lange diese dauern soll, ist derzeit unklar. Die flächendeckende Regelung ersetzt frühere Überlegungen, die einen Gehaltsverzicht auf freiwilliger Basis vorgesehen hatten.
Kurzarbeit für Redakteure ist kein Novum: Bereits im Frühjahr hatte der Springer-Verlag für seine Münchner Wirtschafts-Unit Financial Media (u.a. „Euro am Sonntag“) vorübergehend Kurzarbeit verfügt. Der Vorstand begründete die Maßnahme seinerzeit damit, dass dies sozialer sei, als Arbeitsplätze ganz abzubauen.

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