WDR-Redakteurin Hartelt „im Zwielicht“

Die Reitsport-Expertin Sabine Hartelt vom WDR musste sich offenbar einer internen Untersuchung stellen, weil ihre Lebensgefährtin Susanne Sgrazzutti bei den Olympischen Spielen 2008 als Besitzerin eines Olympia-Pferds offiziell akkreditiert war. Das Pferd war allerdings gedopt, und Sgrazzutti gar nicht die Besitzerin.

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Die in der FAZ – nach Recherchen von „epd Media“ – ausgebreitete Geschichte bietet bizarre Einblicke in die Gepflogenheiten von Sportverbänden, enthält aber auch eine Art Ehrenerklärung von ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky für Sabine Hartelt: Die sei „über jeden Zweifel erhaben“.
Die WDR-Redakteurin berichtete 2008 aus Hongkong von Springreit-Wettbewerben, zu denen ihre Partnerin, die Sportbuchautorin Susanne Sgrazzutti, ebenfalls akkreditiert war: Als Besitzerin des von Christian Ahlmann gerittenen Pferdes Cöster, das sich als dedopt herausstellte. Nach Auskunft der zuständigen Reiterlichen Vereinigung wurde Sgrazzutti auf Wunsch der tatsächlichen Besitzerin zu Olympia geschickt, was man offenbar in Ordnung findet. Sgrazzutti betont gegenüber dem Fachmagazin „St.Georg“, sie sei in Hongkong nicht journalistisch tätig gewesen; Hartelt wiederum sagte der „FAZ“, die Akkreditierung habe sich kurzfristig ergeben: „Tatsache ist, dass keiner davon einen Vorteil erwarten konnte oder gar gehabt hat.“ ARD-Koordinator Balkausky sagt gleichwohl, er hätte den Vorgang „natürlich“ unterbunden, wenn er vorher davon gewusst hätte.
Dem deutschen Reitsport wird die Affäre sehr ungelegen kommen: Wegen einer Serie von Dopingfällen drohen ARD und ZDF unverhohlen mit dem Ausstieg aus Veranstaltungen, die sie traditionell übertragen. Der Sport selbst steht wohl mehr „im Zwielicht“ (FAZ) als die Reporterin.

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