Radio-MA: Trauer beim WDR, Jubel in Bayern

Die zweimal im Jahr mit Spannung erwarteten Reichweitenzahlen der Radiosender wurden am Dienstagmorgen veröffentlicht. Ein paar der wichtigsten Ergebnisse: Beide großen Vermarkter konnten zulegen, die ARD etwas deutlicher als die RMS. Bei den Sendern sind die WDR-Kanäle WDR 4 und 1Live die größten Verlierer der MA, sie büßten 69.000 bzw. 64.000 Hörer pro Stunde ein. Freuen darf sich hingegen vor allem Antenne Bayern, das beim letzten Mal noch zu den großen Verlierern gehörte.

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55.000 Hörer gingen den Bayern in der MA 2009 I verloren – damals gab es mit Hit Radio FFH nur einen größeren Absteiger. Während die Hessen auch diesmal wieder verloren, konnte Antenne Bayern den Trend umkehren und belegt mit einem Plus von 89.000 Hörern pro Stunde Platz 1 des Gewinner-Rankings. Ebenfalls klar zulegen konten WDR 2 (immerhin eine gute Nachricht für den WDR), sowie Hit-Radio Antenne, Bayern 1 und SWR 3:

Die größten Verlierer heißen wie erwähnt WDR 4 und 1 Live. Damit büßten sowohl der Schlager- als auch der Jugendsender des WDR deutlich ein. Ebenfalls in der Verlierer-Top-5 der aktuellen MA zu finden: Hitradio RTL Sachsen mit einem dramatischen Einbruch von 35,7%, RPR1. und SWR4 BW:

An der Spitze der Sendercharts belegen weiterhin radio NRW, Bayern 1 und Antenne Bayern die Plätze auf dem Siegertreppchen. Der Lokalsenderverbund radio NRW steigert sich dabei ein weiteres Mal auf inzwischen 1,427 Mio. Hörer pro Stunde, Bayern 1 und Antenne Bayern dürfen sich ebenfalls beide über ein Zuwachs freuen. Da Bayern 1 stolze 58.000 Hörer pro Stunde gewonnen hat, konnte Antenne Bayern den beim vergangenen Mal verlorenen zweiten Platz nicht zurückerobern und bleibt die Nummer 2 in Bayern. Die Top 5 wird durch SWR3 und WDR 2 komplettiert, zwei weiteren Gewinnern:

Erwähnenswert sind in der Top 25 zudem das rasante Wachstum von Hit-Radio Antenne und hr3. So überholte hr3 dank eines Plus von 17,4% auch seinen Bruder hr4 und kletterte von Platz 19 auf 17. Die prozentual gesehen größten Gewinner und Verlierer finden sich nicht in unserer Top 25. Dem Jazz-Radio gingen dramatische 45,5% Hörer verloren. Von 11.000 sackte der Sender auf nur noch 6.000. Ähnlich sieht es bei Main FM aus: ein Minus von 40,0% auf nun 9.000 Hörer. Besonders deutlich zulegen konnten hingegen Radio Bob! (+51,9% auf nun 41.000 Hörer), sowie Klassik Radio Gebiet Hamburg (+50,0% auf nun 15.000).

Insgesamt legte der Werbefunk laut MA zu. Die Sender, bei denen Werbung zu hören ist, verfügen Durchschnitt über 20,032 Mio. Hörer pro Stunde – ein Plus von 1,5%. Die Sender der ARD Werbung Sales & Services legten dabei um 2,2% auf nun 11,044 Mio. Hörer zu, die RMS-Sender um 0,7% auf nun 8,400 Mio.

Kommen wir zu unserem traditionellen Überblick über die stärksten Sender in den Bundesländern und beginnen wie immer im Norden. In Schlesig-Holstein hat Marktführer R.SH auch diesmal wieder verloren. Nachdem bei der MA 2009 I schon 22.000 Hörer pro Stunde verloren gingen, kamen diesmal weitere 19.000 hinzu. Das zweitplatzierte NDR 2 ist trotz Gewinnen aber noch deutlich entfernt. Ähnlich die Situation in Hamburg. Auch hier verliert die Nummer 1 Radio Hamburg, während NDR 2 gewinnt und aufholt. Nicht gewinnen konnte NDR 2 hingegen in Niedersachsen. Hier verlor man als einziger der Top-Sender und rutschte sogar hinter den riesigen Aufsteiger Hit-Radio Antenne. Marktführer bleibt aber – wenn auch mit knapperem Vorsprung – radio ffn. In Bremen bleibt Bremen Eins die Nummer 1 – mit einem tollen Wachstum von 22,0%. radio NRW ist natürlich auch Spitzenreiter in NRW, dahinter hat Gewinner WDR 2 den familien-eigenen Konkurrenten WDR 4 überholt und ist nun reichweitenstärkster WDR-Sender. In Hessen ist auf den vorderen Plätzen wenig passiert. Hier dominiert Hit Radio FFH trotz weiterer Verluste:

Im zweiten Teil der Bundesländer-Liste gibt es ein paar neue Marktführer. So zog in Rheinland-Pfalz das öffentlich-rechtliche SWR3 am privaten RPR1. vorbei. Vor allem die herben RPR-Verluste sind dafür verantwortlich. Auch in Baden-Württemberg heißt die neue Nummer 1 SWR3 – hier zog man am Brudersender SWR4 BW vorbei. Keinen neuen Spitzenreiter gibt es wie erwähnt in Bayern: Bayern 1 bleibt dank eines Zuwachses vorn, gefolgt von Antenne Bayern. Ungewöhnlich sind die Zahlen aus dem Saarland: Im Gegensatz zu allen anderen Regionen verloren hier alle größeren Sender Hörer. Wegen etwas kleinerer Verluste eroberte die SR 3 Saarlandwelle dabei den Spitzenplatz von Radio Salü. Eine neue Nummer 1 gibt es auch in Berlin: radioBerlin 88,8 sprang von Rang 3 auf 1 – mit einem tollen Plus von 14,5%. 104.6 RTL und Antenne Brandenburg konnten hingegen nicht zulegen und rutschen auf die Ränge 2 und 3. Keine Änderungen in Brandenburg: Antenne Brandenburg bleibt vor BB Radio:

Wie in Schleswig-Holstein und Hamburg konnte NDR 2 auch in Mecklenburg-Vorpommern zulegen. Die beiden Spitzenreiter Ostseewelle und Antenne Mecklenburg-Vorpommern bleiben aber weiterhin deutlich davor. Auch in Sachen bleibt auf den ersten beiden Plätzen alles beim Alten, dahinter gibt es aber einige Veränderungen. So sprang R.SA diesmal auf Platz 3, der große Verlierer Hitradio RTL Sachsen rutschte mit dem Minus von 40.000 Hörern hingegen von Platz 4 auf 6. Im Gleichschritt gewonnen haben in Sachsen-Anhalt radio SAW und MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt – um 11,8% und 11,6%. Unspektakulär das Bild in Thüringen: Alle vier Top-Sender verloren oder gewannen ganz leicht:

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