„BusinessWeek“ soll verkauft werden

In den USA hat die Zeitschriften-Krise einen neuen Höhepunkt erreicht: der Verlag McGraw-Hill will sein Flagschiff, die altehrwürdige „BusinessWeek“ verkaufen. Das Medien-Unternehmen soll die Investment Bank Evercore Partners Inc. beauftragt haben, für sein Wochenmagazin einen Käufer zu finden. Zwar setzt BW noch immer rund 900.000 Exemplare ab, steckt aber tief in den roten Zahlen. Das Ende vom „World’s Leading Business Magazine“ erscheint nahe – zumindestens am Kiosk.

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In den USA hat die Zeitschriften-Krise einen neuen Höhepunkt erreicht: der Verlag McGraw-Hill will sein Flagschiff, die altehrwürdige „BusinessWeek“ verkaufen. Das Medien-Unternehmen soll die Investment Bank Evercore Partners Inc. beauftragt haben, für sein Wochenmagazin einen Käufer zu finden. Zwar setzt BW noch immer rund 900.000 Exemplare ab, steckt aber tief in den roten Zahlen. Das Ende vom „World’s Leading Business Magazine“ erscheint nahe – zumindestens am Kiosk.

Insider haben diese Entwicklung kommen sehen. „BusinessWeek“ hat allein im zweiten Quartal 30% seines Anzeigengeschäftes verloren, die letzten Ausgaben des Wochenmagazins waren erschreckend dünn. Als Gründe für den Anzeigenrückgang werden im Verlag nicht nur die Rezession, sondern auch der Wettbewerb mit dem Internet genannt.
Vor allem die Banken, aber auch Versicherungen, Immobilienfirmen und die Autoindustrie haben in diesem Jahr deutlich weniger geworben als in der Vergangenheit. Das Minus aus diesen Sektoren soll bei 50% liegen, während allgemein der US-Werberückgang in den ersten 6 Monaten um die 20% betrug.  

Bei den beiden 14tägigen Wettbewerbern „Fortune“ und „Forbes“ sieht die Lage nicht besser aus. Ihr Anzeigengeschäft liegt bei einem Minus von 45%, bzw. 40% gegenüber dem Vorjahr. Allgemein geht man jetzt davon aus, dass es auf dem Markt der US-Wirtschaftszeitschriften zu Einstellungen, bzw. Zusammenschlüssen kommen wird. Im April hatte Condé Nast bereits seine Neueinführung, das Wirtschaftsmagazin „Portfolio“ nach 150 Mio. Dollar Verlusten schließen müssen. 

„Magazines are vulnerable to the same decline in advertising revenue that has been hitting the newspaper industry. Because of that, the environment for sales of magazine properties is going to be pretty challenged“, meinte Tom Colbert, ein Analyst von Morning Star gegenüber dem Nachrichten-Dienst Bloomberg. 

Ob „BusinessWeek“ einen Käufer finden wird, erscheint in der Tat zweifelhaft. Falls das nicht klappen sollte, bleiben dem Verlag zwei Optionen: 

– er reduziert die Erscheinungsweise von „BusinessWeek“ entweder auf 14tägig oder monatlich und gibt im Internet Gas. Vorteil: die Marke bliebe am Kiosk erhalten. Nachteil: diese Umstellung dürfte kurzfristig kaum die roten Zahlen beseitigen 

– der Verlag stellt die Zeitschrift im Print komplett ein und setzt mit deutlich reduzierter Mannschaft nur noch aufs Internet. Insider halten das für die wahrscheinlichste Lösung. 
„BusinessWeek“ ist 1929 gegründet und beschäftigt rund 190 Redakteure. Die Wochenzeitschrift hat 4,8 Mio. Leser in 140 Ländern. Lange Zeit galt sie als anzeigenträchtigste Zeitschrift der USA.

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