ARD setzt Fußball gegen „Anne Will“

Auf die gemütliche ARD-Polit-Talkrunde am Sonntagabend könnten Quoten-Probleme zurollen. Ab der kommenden Bundesliga-Saison besitzt die ARD die Erstverwertungsrechte an den Sonntagsspielen der 1. Bundesliga fürs Free-TV. Nun will die ARD Bilder der zwei bis drei Sonntagsspiele der ersten Liga in den Dritten Programmen ab 21.45 Uhr zeigen. Parallel zu "Anne Will". Sechs der insgesamt sieben Dritten Programm haben bereits sonntägliche Fußballsendungen eingeplant.

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Wobei die einzelnen Sender, ARD-typisch, sehr unterschiedliche Konzepte wählen. Der NDR zeigt 60 Minuten Sport am Sonntagabend, der SWR 55 Minuten, der RBB 45, der WDR 30 und der Hessische Rundfunk nur 15 Minuten. Der Saarländische Rundfunk und der MDR wollen nur in den Nachrichten über die Bundesliga-Spiele berichten. Fast alle Sportsendungen beginnen um 21.45 Uhr. Nur der RBB hat seine Fußballsendung auf 22 Uhr gelegt.

Die Live-Übertragungsrechte für das Sonntagsspiel besitzen der Bezahlsender Sky (vormals Premiere) und die Telekom, die die Sonntagspartie über ihren Internet-TV-Kanal „Liga Total“ überträgt. Für die Macher der Talkrunde „Anne Will“ sind das schlechte Nachrichten. Der bisweilen zähe Polit-Talk profitierte bislang von dem attraktiven Sendeplatz am Sonntagabend direkt nach dem quotenstarken „Tatort“-Krimi. Durch die neuen Fußball-Sendungen in den Dritten wird die hausgemachte Konkurrenz nun deutlich größer.

Ausgerechnet das dritte Programm des NDR, der auch für „Anne Will“ verantwortlich ist, betreibt besonders großen Aufwand mit der neuen Sportsendung. Als Moderatoren im dritten Programm des NDR treten Gerhard Delling und Reinhold Beckmann an. Auch die nach wie vor kranke Monica Lierhaus ist eingeplant. „Wir gehen davon aus, dass Frau Lierhaus zurückkehrt“, sagte NDR-Programmdirektor Frank Beckmann den „Stuttgarter Nachrichten“. Neben Fußball soll der NDR-„Sportclub“ aber auch unter anderem über Handball, Basketball und Eishockey berichten. Alle Sport-Formate in den Dritten zeigen zusätzlich zur Ersten Liga zudem Berichte über regionale Fußball-Highlights. Der neue Quotenkampf Politik gegen Fußball beginnt mit der nächsten Bundesliga-Saison am zweiten August-Wochenende.

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