„taz“ darf Klinsmann ans Kreuz nageln

Im Fußballkreisen nennt man so etwas wohl eine Negativ-Serie: Aktuell kassierte der ehemalige Bayern- und Bundestrainer Jürgen Klinsmann eine Niederlage nach der nächsten. Aktuelle Schlappe: Nach einem Beschluss des Oberlandesgericht München muss Klinsmann nun hinnehmen, dass die "Tageszeitung" ihn auf ihrer Titelseite vom Ostersonntag als Gekreuzigten zeigte. Mit dem Beschluss des OLG ist das vorangegangene Urteil des Landgerichts München nun rechtskräftig.

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„Es sei ein Ausdruck der Meinungsäußerungsfreiheit der ‚taz‘ und unabhängig von der Frage, ob es sich dabei um Kunst handelt“, zitiert die Zeitung die Münchner Richter. Der Trainer müsse seine Abbildung als „in eine satirische Darstellung gekleidete Meinungsäußerung“ hinnehmen.

Auf ihrem Titelbild hatte die „taz“ in „satirischer Weise die Wortberichterstattung über den beruflichen Niedergang des Trainer des FC Bayern München illustriert“, erklären die Berliner ihre Cover. Die Überschrift zum Bild besteht aus dem Monty-Python-Zitat „Always look on the bright side of life“. Der Text lautet: „Von Deutschlands Superstar zu Bayerns Buhmann: Sonnyboy Jürgen Klinsmann versiebt ein Spiel nach dem anderem. Warum dem gefallenen Heiland jetzt die Kreuzigung droht.“
 
Nicht ohne eine gewisse Genugtuung endet der „taz“-eigenen Text zum OLG-Urteil mit der Feststellung: „Klinsmann war kurz darauf von seiner Aufgabe freigestellt worden.“

Klinsmann sah in dem Titelbild eine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte und seines religiösen Empfindens. Sein damaliger Arbeitsgeber, der FC Bayern München sprach sogar von der „schlimmsten Entgleisung“, die es in den Medien „jemals“ gegeben habe.

Die erste Entscheidung des Landgerichts München kommentierte der stellvertretenden „taz“-Chefredakteur Reiner Metzger: „Klinsmann hat versucht, mit Buddhas im Trainingszentrum die Lederhosen-Bayern auf internationales Niveau zu heben. Da hätten wir gedacht, dass er auch eine Satire aus dem christlichen Zitatenschatz ab kann.“

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