Premiere/Sky kann Kundenflucht stoppen

Die Talsohle scheint für Premiere/Sky Deutschland durchschritten: Offenbar hat der Sender im zweiten Quartal die Abonnentenflucht aufhalten können. Nach einem Bericht von Handelsblatt.com erklärte Sky-Chef Mark Williams: "Nach dem Start umfangreicher Maßnahmen in den Bereichen Programm, Vertrieb, Marketing und Kundenservice erwarten wir ab dem laufenden Quartal einen Anstieg der Abonnentenzahlen." Unterdessen unterliegt der Bezahlsender vor Gericht im Streit mit der Deutschen Telekom.

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Eine aufwändige Werbekampagne mit einem Budget von 100 Millionen Euro soll das Produkt mit dem neuen Namen unters Volk zu bringen. Die Aktionäre waren bereits überzeugt, sie stimmten auf der Unternehmens-Hauptversammlung mit 99,79 Prozent für die Umbenennung von „Premiere“ in „Sky Deutschland“.

Ob sich der gigantische Aufwand lohnt, wird sich erst 2011 erweisen. Bis dahin will der von Großaktionär Rupert Murdoch eingesetzte Williams sein Unternehmen in die Gewinnzone führen. Um das zu erreichen, hätten sich allerdings mindestens 3,4 Millionen Kunden für den Bezahlsender zu entscheiden. Und das heißt, eine Million Neukunden müssen noch unterschreiben.

Gleichzeitig gibt es Ärger für den neuen alten Pay TV-Kanal. Das Landgericht Hamburg hat zugunsten der Deutschen Telekom eine Einstweilige Verfügung erlassen: Sky muss demnach weiterhin seine Programme in das Web TV-Angebot des Unternehmens einspeisen. Nach Informationen von Welt Online wollte Sky genau diesen Service einstellen. Der Schritt war als Reaktion auf die Entscheidung der Telekom geplant, für die Bundesliga-Übertragung künftig mit einem neuen Partner, Constantin Medien, und nicht mehr mit dem Premiere-Nachfolger zu kooperieren. Derzeit laufen Gespräche zwischen den Kontrahenden. Sollte es zu keiner neuen Einigung kommen, wäre Sky vertraglich gebunden, die Telekom noch weitere zwei Jahre zu beliefern.

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