Die größten Medienunternehmen

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat am Mittwoch ihre jährliche Aufstellung der größten Unternehmen in Deutschland sowie weltweit veröffentlicht. MEEDIA hat aus den umfangreichen Listen die Medien- und Internet-Unternehmen herausgepickt. Bertelsmann ist mit einem Umsatz von 16,1 Mrd. Euro 2008 nach wie vor das mit Abstand größte deutsche Medienhaus. ProSiebenSat.1 Media ist der größte TV-Konzern und die Axel Springer AG ist der Medienanbieter mit der mit Abstand höchsten Rendite.

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In der Liste der höchsten Umsatzrenditen 2008 rangiert die Axel Springer AG auf Rang fünf mit sensationellen 20,9 Prozent Netto-Rendite. Aber immerhin war 2008 ja auch ein Rekordjahr für Springer. Eine bessere Rendite haben in Deutschland 2008 nur die Saarstahl AG, die Stadtwerke München, die Deutsche Börse und Porsche erwirtschaftet. Die Liste dürfte für das Jahr 2009 anders aussehen.

Bei den Unternehmen mit den höchsten Umsatzzuwächsen findet sich mit Nintendo of Europe ein Medienunternehmen im weiteren Sinne auf Platz zwei. Der japanische Unterhaltungselektronik-Spezialist verbesserte seine Erlöse in Deutschland 2008 um 118,2 Prozent. Die Erfolge der Spiele-Konsolen Wii und Nintendo DS machen es möglich. Auf Rang fünf der größten Umsatzgewinner landet ausgerechnet das von der Zerschlagung bedrohte Internet-Unternehmen Freenet AG mit einem Umsatzplus von 54,3 Prozent.

Die Liste der größten deutschen Unternehmen nach Umsatz führt aus Mediensicht betrachtet natürlich Bertelsmann mit 16,1 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2008 an. Das reicht in der Liste für Rang 32. Im Vorjahr landete Bertelsmann noch auf der 27. Das nächst größere Medienhaus auf Rang 90 ist auch wieder eine Bertelsmann-Firma, nämlich Arvato mit einem Umsatz von 4,9 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Es folgen Nintendo of Europe mit 3,5 Mrd. auf Rang 129, ProSiebenSat.1 Media als größter TV-Konzern des Landes mit 3 Mrd. auf Platz 143, die Freenet AG mit 2,8 Mrd. auf Rang 154, Gruner + Jahr (wieder Bertelsmann) mit 2,77 Mrd. auf Rang 161, Axel Springer mit 2,73 Mrd. auf Rang 164, die Verlagsgruppe Holtzbrinck mit 2,59 Mrd. auf Rang 169, RTL Deutschland (Bertelsmann) mit 2 Mrd. auf Rang 214, die Verlagsgruppe Weltbild mit 1,9 Mrd. auf Rang 223 und die Bauer Media Group mit 1,79 Mrd. auf Rang 246. Das größte deutsche Unternehmen generell ist Volkswagen mit einem Umsatz von 113,8 Mrd. Euro.

Bemerkenswert bei der Auflistung ist, dass die Augsburger Verlagsgruppe Weltbild umsatzstärker ist als die Bauer Media Group aus Hamburg. Und die Axel Springer AG hat beim Umsatz fast zum größten europäischen Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr aufgeschlossen.

Beschränkt man die Sicht auf Deutschland, sind Medienunternehmen in den Top-Listen vergleichsweise stark vertreten. Schon auf europäischer Ebene ergibt sich ein anderes Bild. Das einzige europäische Medienhaus, das es in die Top 100 Europa schafft, ist die französische Vivendi Universal mit einem Umsatz von 25,4 Mrd. Euro im Jahr 2008. Auf europäischer Ebene dominieren Mineralölkonzerne, Autobauer und Mischkonzerne das Bild. Weltweit ist die Dominanz der Mineralölkonzerne noch drastischer. Die Liste der größten Unternehmen der Welt wird angeführt vom US-Giganten Exxon Mobile mit mehr als 466 Mrd. Dollar Jahresumsatz. Das einzige Medienunternehmen, das es in die weltweiten Top 100 schafft, ist TimeWarner auf Rang 76 mit einem Jahresumsatz von 46,9 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr. Hier zeigen sich bereits die Vorboten der Medienkrise. Im Vorjahr war TimeWarner noch auf Rang 68.

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