Radio: weniger Werbung, mehr Hörer

Bislang ist das Radio von der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben. Doch jetzt schlägt die Werbeflaute voll auf das Anzeigengeschäft der Hörfunkanbieter durch. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, sprach bei der Eröffnung der Lokalrundfunktage in Nürnberg von deutlichen Einbußen und rät zu antizyklischem Handeln. Die gute Nachricht für Radio-Veranstalter: Die neue Media-Analyse zeigt, dass der Hörfunk insgesamt mehr Hörer erreicht.

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Noch in den ersten drei Monaten dieses Jahres stiegen die Werbeeinnahmen der Radiosender um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Kein anderes klassisches Medium stand in der Krise so gut da. Damit ist jetzt Schluss. Angesichts der schwierigen Situation rät Ring den privaten Anbietern aber, antizyklisch zu handeln und jetzt unter keinen Umständen am Programm zu sparen: „Wer in der Krise entscheidend Marktanteile verliert, wird sich schwertun, sie hinterher wieder zurückzugewinnen.“

Außerdem fordert Ring, öffentliche Gelder auch für den privaten Rundfunk zu verwenden. So sollte einerseits die technische Infrastruktur für den Ausbau des digitalen Rundfunks in Deutschland gefördert werden. Um „gesellschaftlich erwünschte“ Programme sicherzustellen, könnte andererseits ein Teil der Rundfunkgebühren auch an lokale Rundfunkveranstalter abgeführt werden.

Unterdessen veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse in Frankfurt gute Nachrichten für die Hörfunkveranstalter: 78,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben im zweiten Quartal 2009 täglich Radio gehört. Damit ist die Reichweite um 113.000 Hörer auf 54.974.000 Hörer gewachsen. Die Hördauer ist seit dem ersten Quartal minimal von 189 auf 188 Minuten gesunken.

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