Krone gegen Klambt: Entscheidung vertagt

Mit Spannung war der Gerichtsentscheid im Entschädigungsverfahren um die Berichterstattung deutscher Yellows über das schwedische Königshaus erwartet worden. Heute wollte das OLG Hamburg verkünden, ob es der Klage von Medienanwalt Matthias Prinz gegen die Klambt-Tochter Sonnenverlag stattgibt und wie hoch gegebenenfalls die Entschädigung ausfällt. Daraus wurde nichts: Der 7. Zivilsenat vertagte sich auf den 30. Juli. Es ist unklar, ob es doch noch zu einer außergerichtlichen Einigung kommt.

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Der Stein kam im Jahre 2003 ins Rollen. Die Klambt-Zeitschriften „Woche der Frau“ und „Frau mit Herz“ hatten über eine angebliche Affäre der schwedischen Prinzessin Madeleine berichtet. Anwalt Prinz erwirkte eine Gegendarstellung und kündigte noch im Gerichtsaal weitere Klagen gegen den Klambt Verlag an. Die kamen dann im folgenden Jahr massenweise. Klambt-Verlagsleiter Rüdiger Dienst zählte damals über 1.500 Klagen, die sich auf über 500 Titelblätter von Zeitschriften des Verlages bezogen. In jedem einzelnen Fall forderte der Anwalt Prinz die Abgabe einer Unterlassungserklärung, die Veröffentlichung einer Gegendarstellung und eine Geldentschädigung.

Das hat sich summiert. Klambt-Mann Dienst bezifferte die gesamte Entschädigungssumme auf bis zu vier Millionen Euro. Ein gigantischer Betrag, der dem Verlag arg zusetzen könnte. Vor dem Landgericht Hamburg gab es zwischenzeitlich ein Urteil, das den Schweden Recht gab. Das Landgericht setzte mehrere hunderttausend Euro Schadensersatz fest. Anwalt Prinz ging in die Berufung. Einige in der Medienbranche mutmaßen, Prinz gehe es in erster Linie um seine Honorare. Vor Gericht gilt die Devise: Je höher der Streitwert, desto höher das Anwalts-Honorar.
So auch im aktuellen Verfahren Prinzessin Madeleine gegen Sonnenverlag GmbH & Co. KG. Ob der Aussetzungsbeschluss, den das Gericht am Dienstagmorgen bekanntgab, Raum für Verhandlungen zwischen den Prozessparteien schaffen soll oder ob das Gericht vor der richtungsweisenden Entscheidung weitere Beratungszeit braucht, ist nicht klar. Weder Anwalt Prinz noch der Verlag gaben dazu Statements ab.

Neben der vergleichsweise kleinen Verlagsgruppe Klambt hat Prinz mittlerweile auch die beiden Riesen Bauer und WAZ mit Klagen eingedeckt. Auch deren Yellows hatten Zweifelhaftes über das schwedische Königshaus berichtet. Bei beiden Häusern wäre vermutlich noch deutlich mehr Geldentschädigung zu holen.

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