Die irre Spar-Wut bei der „New York Times“

Der finanziell angeschlagenen "New York Times" scheint es noch schlechter zu gehen als befürchtet. US-Medien haben ein internes "Times"-Memo veröffentlicht, laut dem Mitarbeiter mit Dienst-Handys und Blackberrys angehalten werden, möglichst auf SMS, MMS und Auslandsgespräche zu verzichten. Auch die Telefonauskunft soll nicht mehr angerufen werden. Dies sei zu teuer. Der Spott der Medienblogs ließ nicht lange auf sich warten.

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Der Spar-Druck bei der renommierten „New York Times“ wird langsam skurril. Bereits im Januar hat der Managing Editor Bill Schmidt ein Spar-Memo herausgegeben, nach dem Mitarbeiter billigere Hotels buchen sollen und Essens-Ausgaben stärker kontrolliert werden. Jetzt hat er ein Anti-SMS-Memo an die „Times“-Mitarbeiter verschickt. Wörtlich heißt es dort: „Obwohl wir anerkennen, dass Text-Botschaften für viele Leute ein unersetzliches Kommunikationsmittel geworden sind, deckt unser Firmen-Vertrag mit Verizon und AT&T keine unbegrenzten Text-Botschaften ab. Viele Text-Botschaften kosten uns viel Geld, entweder als Gebühr pro SMS oder als Zusatz-Gebühr für unbegrenzte Text-Botschaften.“

Stattdessen sollen die „Times“-Reporter lieber Mails schicken oder auf Anrufbeantworter sprechen, so der Hinweis des Spar-Kommissars. Streng verboten ist es auch Twitter-Einträge via SMS zu schicken. „Nutzen Sie Programme wie Twitterberry“, schreibt Schmidt. Auch die teure US-Telefonauskunft unter der Nummer 411 ist mit Firmen-Handy tabu. Immerhin gibt es ja Telefonbücher!

Sollten sich „Times“-Mitarbeiter in Übersee aufhalte, sollen sie möglichst ihre Dienst-Telefone gar nicht benutzen. „Auch nicht, wenn sie an einer Geschichte arbeiten.“ Die Spar-Anweisung in solchen Fällen: „Wenn Sie für mehr als ein oder zwei Tage ins Ausland gehen, leihen Sie sich bitte vor Ort ein Telefon oder besorgen Sie sich eine lokale SIM-Karte.“

Die Spar-Wut hat bereits den Spott einiger US-Medien-Sites auf sich gezogen. So ätzt das US-Medien-Blog Gawker: „Nächstes Mitarbeiter Memo: Wusstet ihr, dass man nur in die TD Bank reinlaufen muss und so viele Gratis-Kugelschreiben abgreifen kann, wie man will? Bitte tut das!“

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