AWA: Deutsche lesen weniger Zeitschriften

Keine allzu positiven Nachrichten für die deutschen Publikumszeitschriftenverlage. Laut der neuesten Zahlen der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA), die am Dienstag veröffentlicht wurden, sind die Reichweiten der 273 erfassten Titel um 3,5% geschrumpft. Besonders deutlich verloren haben Programmies wie "TV Movie" und "TV Spielfilm Plus", sowie "Geo" und bei den wöchentlichen Magazinen der "Focus". Zulegen konnten vor allem der "stern" und "rtv".

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Der „stern“ gewann 470.000 Leser pro Ausgabe hinzu und verfügt laut AWA nun über eine Reichweite von 7,87 Mio. Mit dem Zuwachs von 6,4% setzt sich das Gruner+Jahr-Magazin sogar an die Spitze der Aufsteiger-Liste. Kein anderer von der AWA ausgewiesener Titel konnte im Vergleich zum Vorjahr mehr Leser hinzugewinnen. Zu den größten Aufsteigern gehören neben den Supplements und Kundenzeitschriften „rtv“ und „Apotheken Umschau“ auch „LandLust“, das um 330.000 Leser auf 780.000 klettert, sowie „Der Spiegel“. Prozentual gesehen heißt der Sieger „LandLust“. Das Magazin, das in der IVW seit einigen Quartalen der große Aufsteiger ist, gewann innerhalb eines Jahres 73,3% neue Leser hinzu:

Auf der Verliererseite führen einträchtig die beiden Konkurrenten „TV Movie“ und „TV Spielfilm Plus“ das Ranking an. Sie verloren 590.000 bzw. 580.000 ihrer Vorjahres-Leser. Im direkten Vergleich bleibt die Kombi „TV Spielfilm Plus“ mit 8,22 Mio. Lesern damit weiter deutlich vor „TV Movie“ (5,84 Mio.). Ebenfalls mehr als 500.000 Leser verloren hat Gruner + Jahrs „Geo“, das nun bei einer Reichweite von 3,82 Mio. liegt. Der „Focus“ büßte 340.000 Leser ein und verliert damit zum dritten Mal hintereinander. Von 5,06 Mio. Lesern im Jahr 2006 sind nun nur noch 4,27 Mio. übrig. Nach prozentualem Verlust sortiert ist „Börse Online“ der größte Absteiger – mit einem Minus von 43,8% auf nun 180.000 Leser pro Ausgabe.

Bei den Titeln, die neu in der AWA auftauchen, deren Reichweiten im vergangenen Jahr also nicht ermittelt wurden, wird das Feld vom „Zeit Magazin“ angeführt. 1,16 Mio. Leser hat es laut AWA pro Ausgabe. Dahinter folgen das „Micky Maus Magazin“, „Geo Epoche“ und „Frau mit Herz“:

Der Blick auf die Zeitschriften-Top-20 zeigt ein recht trauriges Bild. Nur vier der 20 Titel konnten zulegen, die restlichen 16 verloren an Reichweite. Kiosk-Titel, die zulegen konnten, gibt es in der Top 20 sogar nur zwei: „stern“ und „Spiegel“. Die meisten Leser haben laut AWA weiterhin die „Apotheken Umschau“ (19,97 Mio.), die „ADAC Motorwelt“ (14,79 Mio.) und „rtv“ (9,40 Mio.). Unter den Kiosk-Titeln führen „Bild“ (9,29 Mio.) und „Bild am Sonntag“ (9,09 Mio.) vor „TV Spielfilm Plus“ und „stern“.

Neben der Media-Analyse (MA) ist die AWA die wichtigste Reichweitenstudie für deutsche Print-Medien. Sie wird einmal pro Jahr aktualisiert. Neben den Reichweiten der Zeitungen und Zeitschriften werden auch andere Daten über die Mediennutzung erhoben. So hat Allensbach herausgefunden, dass 26,1 Mio. Deutsche im Alter von mindestens 14 Jahren täglich im Internet unterwegs sind – 40% der Bevölkerung. 2008 waren es noch 23,6 Mio. – ein Plus von 2,5 Mio. also.

Eine gesonderte AWA-Analyse zum Zeitungsmarkt finden Sie in Kürze bei MEEDIA.

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