Millionenklage: Krone gegen Klambt

Am kommenden Dienstag wird vor dem Oberlandesgericht in Sachen schwedisches Königshaus gegen den Sonnenverlag die Entscheidung verkündet. Hintergrund: Der Medienanwalt Matthias Prinz hat die Verlagshäuser Klambt (zu dem der Sonnenverlag gehört), Bauer und WAZ Guppe mit einer nie da gewesenen Klageflut wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten überzogen. Sollte in Hamburg eine Entscheidung im Sinne der schwedischen Krone fallen, könnte das für die deutschen Verlage extrem teuer werden.

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Der Stein kam im Jahre 2003 ins Rollen. Die Klambt-Zeitschriften „Woche der Frau“ und „Frau mit Herz“ hatten über eine angebliche Affäre der schwedischen Prinzessin Madeleine berichtet. Anwalt Prinz erwirkte eine Gegendarstellung und kündigte noch im Gerichtsaal weitere Klagen gegen den Klambt Verlag an. Die kamen dann im folgenden Jahr massenweise. Klambt-Verlagsleiter Rüdiger Dienst zählte damals über 1.500 Klagen, die sich auf über 500 Titelblätter von Zeitschriften des Verlages bezogen. In jedem einzelnen Fall forderte der Anwalt Prinz die Abgabe einer Unterlassungserklärung, die Veröffentlichung einer Gegendarstellung und eine Geldentschädigung.

Das hat sich summiert. Klambt-Mann Dienst bezifferte die gesamte Entschädigungssumme auf bis zu vier Millionen Euro. Ein gigantischer Betrag, der dem Verlag arg zusetzen könnte. Vor dem Landgericht Hamburg gab es zwischenzeitlich ein Urteil, das den Schweden Recht gab. Das Landgericht setzte mehrere hunderttausend Euro Schadensersatz fest. Anwalt Prinz ging in die Berufung. Einige in der Medienbranche mutmaßen, Prinz gehe es in erster Linie um seine Honorare. Vor Gericht gilt die Devise: Je höher der Streitwert, desto höher das Anwalts-Honorar.

Neben der vergleichsweise kleinen Verlagsgruppe Klambt hat Prinz mittlerweile auch die beiden Riesen Bauer und WAZ mit Klagen eingedeckt. Auch deren Yellows hatten Zweifelhaftes über das schwedische Königshaus berichtet. Bei beiden Häusern wäre vermutlich noch deutlich mehr Geldentschädigung zu holen. Im Hause Klambt ist man sich des Risikos bewusst. Alle Versuche, Reue zu zeigen, die Schweden ins Boot zu holen oder einen Vergleich zu erzielen, scheiterten bisher. Prinz ließ sich dem Vernehmen nach noch nicht einmal auf formale Vergleichsverhandlungen ein. Er sucht die Entscheidung vor Gericht.

Dass er am Dienstag erneut Recht bekommt, wird von Beobachtern als nicht unwahrscheinlich erachtet. Sollten die Schweden und Prinz erneut Recht bekommen, dann befinden sie sich für weitere Vergleichsverhandlungen auch mit Bauer und der WAZ Gruppe in einer deutlich komfortableren Position. Der eigentliche Millionen-Poker wird am kommenden Dienstag erst eröffnet.

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