Facebook-Gate: Affäre um Ober-Spion

England hat sein erstes Facebook-Gate: Die Frau des designierten britischen Geheimdienstchefs Sir John Sawers wurde bereits vor der Ernennung ihres Gatten zum neuen MI6-Boss zu einem nationalen Sicherheitsrisiko. In ihrem Facebook-Profil postete sie persönliche Infos und Familien-Fotos. Ein im britischen Königreich bislang nie da gewesener Fall. Bislang gab es vom UK-Ober-Spion weder Fotos noch hatte er einen Namen. Der MI-6-Chef wurde einfach nur "C", wie Chief, genannt.

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Diese besondere Form von britischer Diskretion war einmal. Dank Facebook weiß jetzt die ganze Welt, wie John Sawers in Badehose aussieht, wann seine Mutter Geburtstag hat und zu wem seine Familie alles Kontakte pflegt.

Die Frau des neuen Ober-Spions ist begeisterte Facebook-Nutzerin, jedoch ohne die nötige Web-Kompetenz um ihr Profil zumindest rudimentär vor neugierigen Blicken zu schützen. Ihre Seite in der Social Community war für alle über 220 Millionen Mitglieder frei einsehbar.

Am 16. Juni gab die britische Regierung bekannt, dass Sawers ab November neuer Geheimdienst-Chef werden soll. Die „Mail on Sunday“ fand heraus: Noch am selben Tag stellte seine Frau 19 private Fotos online, einen Tag später noch einmal 26.

Die Bilder zeigen Szenen aus dem Sommerurlaub und andere typische Familien-Schnappschüsse. Die Frau des angehenden Ober-Schlapphutes nutzte Facebook über ein Jahr sehr aktiv. Erst nachdem die Zeitung das Außenministerium informierte, wurden die pikanten Details gelöscht. Vorher waren die Web-Aktivitäten nicht einmal den Internetkontrolleuren des MI-6 aufgefallen. Damit macht zumindest diese Abteilung wohl keinen guten ersten Eindruck auf ihren kommenden Chef.

Als besonders peinlich gilt ein Foto, dass Frau Sawers zusammen mit ihrer Tochter, eine angehende Schauspielerin, zeigt. Die beiden spielen offenbar ein Szene aus dem Musical „Caberet“ nach. Dazu knien sie bekleidet, aber mit exponierten Hinterteilen auf jeweils einem Stuhl. Eine lächerliche Pose, die die „Mail on Sunday“ genüsslich im Breitformat zeigte.

Wie es bei solchen Fällen üblich, fordert die Opposition bereits einen Untersuchungsausschuss. Doch Außenminister Miliband kommentierte nur trocken: „Wir wissen jetzt, dass er eine Speedo-Badehose trägt. Das ist kein Staatsgeheimnis, um Himmels willen.“

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