Murdoch: „Nur Suche bringt Geld im Web“

Der Finanznachrichtenportal TheStreet.com hatte nachfragt und Rupert Murdoch geantwortet - und zwar so offen wie lange nicht mehr. Tenor des Medientycoons: Die Internet-Zukunft für Verlage bleibt kritisch, Micropayment-Erlöse seien eher nicht zu erwarten. Doch auch für die großen Player des Web 2.0s bleibt Murdoch skeptisch: Er habe keine Ahnung, wie mit einem Dienst wie Twitter – und im Web überhaupt – Geld über Werbung hinaus zu verdienen sei. Für Facebook hatte Murdoch nur Häme über: Das führende Social Network sei "nur ein Verzeichnis".

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Die wichtigste Botschaft des Jahres hat Rupert Murdoch bereits verkündet: „Ich bin kein Volkswirt, aber es zeigt sich immer deutlicher, dass das Schlimmste vorüber ist. Wie Sie wissen, war ich sehr pessimistisch. Aber es gibt immer mehr Signale, dass die Tage des steilen Absturzes vorüber sind“, erklärte der News Corp.-CEO vor etwa zwei Monaten.

Was jedoch nicht bedeutet, dass die Boom-Ära der späten 90er-Jahre notwendigerweise zurückkommen müsste. Ausgerechnet dem Wachstumssektor Internet, in den Murdoch vor vier Jahren mit seinem MySpace-Engagement investiert hatte, attestiert der 78-Jährige eine schwere Zukunft.
„Das ist ein erstaunliches Phänomen“, erklärt Murdoch etwa mit Blick auf den Hype von Twitter, „ich habe allerdings keine Ahnung, wie man es monetarisieren kann. Niemand verdient im Web Geld außer mit Werbung durch Internetsuche“. Entsprechend kommt dann auch Facebook nicht gut weg: „Diese andere Social Siite“, zieht Murdoch vom Leder, sei „nur ein Verzeichnis“.
Aber auch mit seinem eigenen Unternehmen Myspace, das gerade die Zahl seiner Mitarbeiter drastisch reduziert hat, geht Murdoch kritisch um. „Das war außer Kontrolle geraten“, kommentierte Murdoch, der sich dafür selbst die Schuld gibt, aber dennoch (zweck)optimistisch in die Zukunft blickt: „Wir haben jede Menge kreative Leute und werden in den kommenden Jahren eine starke Kraft sein, die mit niemand anderen verglichen werden sollte“, so Murdoch.

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