„taz“ und Google widersprechen Burda

Google ist genervt von der aktuellen Verlagsschelte von Burda & Co.. Vizepräsident David. C. Drummond findet es "frustrierend, ständig für die schwierige Situation der Zeitungen verantwortlich gemacht zu werden“. Die Suchmaschine würde den Verlagen schließlich Milliarden von Klicks zuführen. Eine Argumentation, der auch der "taz"-Online-Chef Matthias Urbach zustimmt: "Google bringt uns Traffic. Es funktioniert wie ein Kiosk im Netz. Warum sollen nur die Medien verdienen dürfen, die Kioske aber nicht?"

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Hintergrund der Diskussion ist ein „FAZ“-Text, in dem Hubert Burda erklärt, dass er nicht länger hinnehmen will, dass Google und Co. mit Verleger-Inhalten Kasse machen, ohne die Content-Produzenten zu beteiligen. „Wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen“. Burda sieht die Verlage „schleichend enteignet“.

In einer MEEDIA-Umfrage hatten bereits am gestrigen Montag viele Online-Chefredakteure, wie Jochen Wegner (Focus.de), Mercedes Bunz (Tagesspiegel.de) oder Sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jakobs, den Verleger unterstützt. Anders Urbach. Der Online-Chef der „taz“ fragt provokant: „Warum sollte man für das Verlinkt werden Geld nehmen können? Das würde das Prinzip des Netzes insgesamt in Frage stellen.“

Google selbst argumentiert noch auf einer anderen Ebene. In einem Interview mit  „Le Monde“ – wiedergegeben nach dnv-online.net – erklärt Drummond, dass die Suchmaschine den Verlagen schließlich Milliarden von Klicks zuführen würde. Der Google-Vize rechnet vor, dass der Wert dieser den Verlags-Seiten zugeführten Klicks entspräche schätzungsweise sechs Milliarden Dollar pro Jahr, während sich Googles Reingewinn auf 4,5 Milliarden Dollar belaufe.

Die Medienjournalistin Ulrike Langer erweitert die Diskussion. Sie schreibt, dass die Verlage doch einfach Google aussperren sollen, wenn sie nicht wollen, dass die Suchmaschinen ihnen ihre Inhalte klauen. „Mit einem einzigen Mausklick lässt sich verhindern, dass die Crawler vorbeikommen und Seiten indizieren“, schreibt Langer. „Diese Option wählt aber kein Verlag, denn die zusätzlichen Besucher sind natürlich hochwillkommen. Zu den Focus Online Seiten finden über die Hälfte der Besucher per Google.“

Die Journalistin zitiert den Wird-Chefredakteur Chris Anderson, der über die 40 Prozent Google-Besucher der Wired-Webseite sagte: ”Ich nenne das ein Geschenk, aber die Zeitungen nennen es Diebstahl“.

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