Ex-„Spiegel“-Chef Aust entwickelt für WAZ

Stefan Aust is back: Der langjährige Chefredakteur von "Spiegel" und Spiegel TV wird für die WAZ-Gruppe neue Print-Titel entwickeln. Dafür mietete der 63-Jährige am Hamburger Elbufer bereits ein Büro, wo die Magazin-Konzepte von einem Redaktionsteam erstellt werden sollen. Mit ihm im Boot sind Thorsten Pollfuß und Thomas Ammann, ehemalige Führungskräfte von Spiegel TV. Aust zu MEEDIA: "Es geht darum, generell auszuloten, was der Markt hergibt." Denkbar sind Monats-, aber auch Wochentitel.

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Nach seinem unfreiwilligen Ausscheiden beim „Spiegel“ Ende Februar 2008 konnte sich Stefan Aust über einen Mangel an Beschäftigung nicht beklagen. Der passionierte Pferdezüchter wurde in der Folgezeit zusammen mit Sabine Christiansen als TV-Moderator der Sat.1-Wahlsendungen verpflichtet, produzierte eine Doku für die ARD und schreibt nebenbei noch an einem Buch, das demnächst bei Hoffmann & Campe erscheinen wird.
Aber TV und Buch sind nicht genug: Die Königsklasse für einen Blattmacher sind die wöchentlichen Magazine. Es wäre vermessen, darauf zu spekulieren, dass Aust nun einen „Gegen-Spiegel“ entwickeln will. Aber er hätte sicher nichts dagegen, wenn ein solches Konzept bei den WAZ-Verantwortlichen Gefallen finden würde. Selbst bei den dramatischen Einbrüchen der vergangenen Monate dürfte der Anzeigenmarkt in diesem Segment nach MEEDIA-Schätzungen noch um 600 Millionen Euro per Annum liegen – genug Raum für ein viertes Magazin, wenn es zu einem Low Budget-Tarif produziert würde. Dass Aust mit Budgets haushalten kann, hat er schon in der Entstehungsphase von Spiegel TV gezeigt.
Mit dem Entwicklungsauftrag der WAZ kehrt Aust nun ins Printgewerbe zurück. Dabei soll ein 20-köpfiges Team, das bei der von Aus und Pollfuß geführten Agentur Agenda Media angestellt sein wird, verschiedene Magazin-Ideen umsetzen und deren Marktchancen testen. In den neu gemieteten Räumlichkeiten am Hamburger Fischmarkt wird die Entwicklungsarbeit bereits in den nächsten Wochen aufgenommen.
Stefan Aust hatte den „Spiegel“ von 1994 bis 2008 als noch von Rudolf Augstein inthronisierter Chefredakteur geführt und war auf Druck der Mitarbeiter KG und mit Billigung des Minderheitsgesellschafters Gruner + Jahr aus dem Amt gedrängt worden.

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