Constantin-Vorstand Hüther & DSF-Chef weg

Showdown bei Constantin Medien: Zum Ende des ersten Halbjahres gab der Aufsichtsrat grünes Licht für ein Radikal-Paket von CEO Bernhard Burgener. Der strukturiert den Sportbereich grundlegend neu: Der zuständige Vorstand Rainer Hüther muss gehen, auch DSF-Chef Oliver Reichert verlässt das Unternehmen. Hintergrund: Das Sportsegment wurde von der Finanzkrise voll erwischt und produziert nach Angaben des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr ein Minus im "unteren zweistelligen Millionenbereich".

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Reicherts Nachfolger als Geschäftsführer wird Zeljko Karajica, 38. Im zum der Neustrukturierung soll darüber hinaus das gesamte Geschäftsmodell des Deutschen Sport Fernsehens (DSF) „dem veränderten Marktumfeld gepasst“ werden. Max Sturm wird neuer Finanzgeschäftsführer der drei Sportgesellschaften Plazamedia
GmbH TV- und Film-Produktion, DSF Deutsches SportFernsehen GmbH und Constantin Sport Medien GmbH. Er berichtet direkt an CFO Antonio Arrigoni, der neben Burgener das letzte verbliebene Vorstandsmitglied ist.
Schon am Dienstagabend hatte es Gerüchte über einen Paukenschlag in der Führungsetage gegeben. Kurz vor Mitternacht veröffentlichte das Unternehmen dann eine Erklärung: „Der Aufsichtsrat der Constantin Medien AG hat auf seiner heutigen Sitzung dem Konzept des Vorstands zur Neustrukturierung des Segments Sport  zugestimmt. Damit verbunden sind die Straffung der Management-Strukturen des Segments, die Verkleinerung des Konzernvorstands, verbunden mit einer direkteren Anbindung des DSF, und die Realisierung von Kosteneinsparungen.“ Zu diesem Zeitpunkt waren Vita und Funktion von Rainer Hüther auf der Webpage des Unternehmens bereits gelöscht.
Für Insider kommt die Maßnahme überraschend. Rainer Hüther hatte seine Funktion seit 2001 bekleidet und gilt als versierter Manager. Bernhard Burgener heuerte erst im September vergangenen Jahres als CEO und Chefstratege an. Der 52-Jährige wird das operative Geschäft künftig allein verantworten. Hüther soll dem Unternehmen noch 18 Monate lang als Berater für das Fußball-Projekt „Liga total“ zur Verfügung stehen.
Insider halten es für möglich, dass die Finanzkrise auch ein Vorwand gewesen sein könnte, die Machtverhältnisse im Vorstand deutlich zu definieren. Der Aufsichtsrat dankte Hüther für den „maßgeblichen Aufbau“ des Sportsegments sowie seine Bereitschaft, die „erforderliche Neustrukturierung“ zu unterstützen. Ob die Entsorgung der geballten Sport-Kompetenz tatsächlich eine zukunftsichernde Maßnahme ist, wird sich zeigen. So hatte neben der langjährigen Erfahrung Hüthers auch Oliver Reichert zehn Jahre lang die Geschäfte des DSF geführt.
Constantin Medien veröffentlichte zu den Gründen der Personalmaßnahmen ein Statement von Vorstandschef Burgener: „Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise und der weltweiten Konjunkturabschwächung haben unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Mit der Neustrukturierung des Sportsegments reagieren wir auf diese Veränderungen. Wir legen damit insbesondere die Grundlage für mehr Effizienz und beabsichtigen, das Segment trotz der schwachen Wirtschaftsaussichten wieder auf Wachstumskurs zu führen.“

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