Kein Ende der Anzeigenkrise in Sicht

Die großen Publikumszeitschriften müssen weiter auf ein positives Zeichen aus dem Werbemarkt warten. Laut der neuesten VDZ-Zahlen der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) lag auch der Juni meilenweit unter dem Vorjahr. Die Anzeigenumfänge der über 400 in der Statistik ausgewerteten Titel gingen demnach im ersten Halbjahr um 16,8% zurück. "Spiegel", "stern" und "Focus" liegen noch deutlich unter diesen Zahlen, gut sieht es nur bei einigen kleineren Magazinen aus.

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Der Rückgang von 16,8% zeigt schon, wie unverändert schlecht es der Branche im Juni ging. Nach Ablauf des Mai betrug das Minus noch 16,9%, der Juni befand sich also nahezu genau auf dem Niveau der vorigen fünf Monate. Für viele große umsatzstarke Titel sieht es allerdings weiterhin noch wesentlich düsterer aus. „Spiegel“, „stern“ und „Focus“ haben wir genannt, sie gehören zusammen mit der „Bild am Sonntag“ laut Nielsen Media Research zu den vier umsatzstärkstzen Publikumszeitschriften des Landes. Betrachtet man sich nun die ZAS-Zahlen der vier Titel, wird das Ausmaß der Krise deutlich. Einzig die „Bild am Sonntag“ liegt mit einem Rückgang von 6,7% noch verhältnismäßig gut. Der „stern“ verlor hingegen 28,3%, „Der Spiegel“ 28,0% und der „Focus“ sogar 34,2%. Auch unter den restlichen 16 der 20 wichtigsten Titeln gibt es keinen einzigen Gewinner. Relativ wenig verloren haben neben der „BamS“ nur die „Für Sie“ und das Supplement „rtv“:

Unter den größten Verlierern der aktuellen Anzeigenstatistik finden sich logischerweise ebenfalls vor allem die großen Magazine, sie verfügen über besonders viele Anzeigen, verlieren in einer Krise also auch am deutlichsten. Auffällig ist auch der Abschwung im Markt der Computerzeitschriften: „c’t“ büßte 17,1% der Vorjahresanzeigenumfänge ein, „PC-Welt“ 35,6% und „Chip“ sogar satte 42,9%. In diesem Segment dürfte neben der allgemeinen Wirtschaftslage noch die immer schärfere Konkurrenz durch das Internet hinzukommen, das insbesondere bei der Computertechnik Werbebudgets aus dem Printmarkt abzieht.

Gewinner gibt es bei all den Horrorzahlen zwar auch, allerdings nur sehr wenige und auf schwachem Niveau. So reicht ein Plus von 29,2 Anzeigenseiten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 aus, um in die Top Ten zu kommen, nur etwa 80 der ausgewiesenen Publikumszeitschriften gewannen überhaupt. Neben Titeln wie „TV Klar“ und „LandLust“ dominieren vor allem Frauenzeitschriften das Aussehen des Aufsteiger-Rankings: „Bella“, „Das Neue“, „Maxi“, „Frau im Spiegel“ und „Petra“ finden sich allesamt in der Top Ten:

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