„Sun“-Chefin Wade wird befördert

Rupert Murdoch hat die Leitung seines britischen Konzernteils mit "Times" und "Sun" neu geordnet. Die Chefin der Boulevardzeitung "Sun", Rebekah Wade, wird ab September den Zeitungsverlag News International führen. Wade war die erste Frau an der Spitze des Millionenblatts "Sun". Im Zuge dieser Personalrochade verbessert auch Verleger-Sohn James seine Position im Kampf um die Nachfolge im Gesamtkonzern: Er steigt nun zum Vorstandsvorsitzenden der wichtigen UK-Tochter auf.

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Bisher leitete Murdochs Sohn James die Geschäfte bei News International, er ist zugleich Europa- und Asien-Chef beim Mutterkonzern News Corporation. Ab September wird James Murdoch nun Chairman bei News International: Ein wichtiger Hinweis in der seit vielen Jahren diskutierten Frage, ob der inzwischen 78 Jahre alte Rupert Murdoch die Führung seines Konzerns an eines seiner sechs Kinder weitergeben will. James Murdoch war beim Pay-TV-Kanal BSkyB durchaus erfolgreich und wird auch bei der Neuausrichtung von Sky Deutschland (vormals Premiere) eine wichtige Rolle spielen.
Über die neue London-Regentin Rebekah Wade weiß Gina Thomas in der FAZ viele Details zu erzählen: Etwa über ihre Hochzeit mit dem „ehemaligen Rennpferde-Trainer Charlie Brooks“ in der vorletzten Woche, zu der Premierminister Gordon Brown und Oppositionsführer David Cameron nach Oxfordshire reisten. Das Magazin „Tatler“ wartete vor der Trauung mit Details zum Jet-Set-Leben des Paares auf, die für die „Sun“ selbst wie gemalt wären, wenn sich das Thema dort nicht verbieten würde. Der „Guardian“ merkt leicht süffisant an, Wade habe nun „den passenden Job zu ihrem Lifestyle“. Allerdings hält sich Wade überwiegend bedeckt, gibt nie Interviews und meidet Kameras, wo es geht.
Die 41 Jahre alte Journalistin arbeitet seit 20 Jahren für Murdoch, beginnend als Rechercheurin bei „News of the World“. Gina Thomas (FAZ): „Mit ihren präraffaelitischen Ringellocken war die rothaarige Chefredakteurin, deren vernichtende Hausmitteilungen gefürchtet sind, bei Konzernveranstaltungen eine auffallende Erscheinung an Murdochs Seite.“ Ein schöner Satz, der beweist, dass Medienschaffende auch in harten Zeiten noch Glamour versprühen können.

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