David Fincher verfilmt die Zuckerberg-Story

Vor einem Jahr kündigte Star-Autor Aaron Sorkin an, ein Drehbuch über die Gründung von Facebook schreiben zu wollen. Das Script ist offenbar fertig und auch ein Top-Regisseur ist gefunden: David Fincher ("Sieben") will die Geschichte inszenieren. Der US-Regisseur verhandelt bereits mit Columbia Pictures über das Projekt. Auf seinen Lieblingsstar Brad Pitt wird Fincher wohl verzichten müssen: der 45-Jährige ist schlichtweg zu alt für die Rolle von "Wunderkind" Mark Zuckerberg.

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Stattdessen sind die beiden Nachwuchs-Mimen Shia LaBeouf und Michael Cera für die Rolle des Facebook-Gründers im Gespräch. Cera hatte im vergangenen Jahr mit der Oscar-prämierten Komödie „Juno“ seinen Hollywood-Durchbruch gefeiert, LaBeouf ist derzeit mit dem Blockbuster „Transformers: Revenge of the fallen“ im Kino zu sehen.

Laut Branchenblatt „Variety“ sollen die Dreharbeiten bereits Ende des Jahres beginnen. Schauspieler Kevin Spacey wird sich als Produzent an dem Projekt – Arbeitstitel: „The Social Network“ – beteiligen. Sorkin („Der Krieg des Charlie Wilson“) schildert in seinem Drehbuch die Entstehungsgeschichte von Facebook. Zu Beginn seiner Recherchen gründete der Autor eine eigene Facebook-Gruppe unter dem Namen  „Aaron Sorkin & the Facebook Movie“. Sein lapidarer Kommentar: „Ich dachte, es wäre erst einmal gut, herauszufinden, was Facebook überhaupt ist“.

Hauptsächlich basiert Sorkins Script allerdings auf dem Buch „The Accidental Billionaires“, das am 14. Juli in den USA bei Doubleday erscheint. Autor Ben Mezrich schildert darin die Anfänge des Social Networks im Umfeld der renommierten Harvard University. Mezrich ist bekannt für seine halb-fiktionalen Studenten-Romane, die zumeist das wilde Leben an den Elite-Universiäten der USA schildern.

Einige Passagen aus „The Accidental Billionaires“, die vorab bekannt wurden, sind schon vor Erscheinen des Buches heftig umstritten. Etwa, wenn es darum geht, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ein regelrechter Womanizer sein soll. Die „New York Times“ schreibt dazu, lediglich „ein Teil“ des Buches basiere auf Fakten. Und ein Verlagssprecher von Doubleday gab zu, „The Accidental Billionaires“ sei keine Reportage, sondern ein „herrlicher Spaß“. Dennoch wird das Buch als „non-fictional“ vermarktet. Hollywood ließ sich davon jedenfalls nicht abschrecken: die Filmrechte waren schon verkauft, bevor „The Accidental Billionaires“ überhaupt geschrieben war.

Mark Zuckerberg selbst distanziert sich von dem Buch und lässt über einen Sprecher mitteilen: „Manches, was über Mark Zuckerberg und die Gründung von Facebook geschrieben wurde, ist treffender als anderes. Dieses Buch fällt wohl eher unter die Kategorie ‚anderes‘.“

Wie Zuckerberg über den Facebook-Film denkt – ob er sich geschmeichelt fühlt oder nicht – ist nicht bekannt. Allerdings soll der 25-Jährige seinen Mitarbeitern aufgetragen haben, mit niemanden, der in die Produktion des Films involviert ist, zu reden. Und ein ehemaliger Facebook-Angestellter sagte, Zuckerberg habe der Produktionsfirma gegenüber durchblicken lassen, man wolle nichts mit dem Projekt zu tun haben, solange es auf Mezrichs Vorlage basiere. Aber die ist wohl zu schön, um von Hollywood links liegen gelassen zu werden.

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