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Volks-Phone: 1 Mio. iPhones in 72 Stunden

Es war ein bisschen wie immer: Die Erwartungen waren da, doch Apple überbot sie spielend. Mit 500.000 bis bestenfalls 700.000 verkauften iPhones der neuen, dritten Generation hatten Analysten am ersten Wochenende gerechnet. Tatsächlich durchbrach das Kultunternehmen aus Cupertino wie im Vorjahr spielend die 1-Millionmarke. Wichtiger noch: Nicht Interims-CEO Tim Cook, sondern Steve Jobs verkündete den Erfolg – und machte damit deutlich, dass er wie geplant offenbar kurz vor dem Comeback steht.

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Zehn Worte sind genug. „Die Kunden stimmen ab – und das iPhone ist der Gewinner“, ließ Apple gestern via Pressemitteilung verbreiten. Gesagt hat dies nicht Interims-CEO Tim Cook, der die Geschäfte seit Januar leitet und auch nicht Marketingchef Phil Schiller, der Apples große Produktpräsentationen in diesem Jahr bislang gehalten hat.

Die zehn Worte, die so angriffslustig sind, wie man lange etwas nicht von Apple gehört hat. Sie sind ein Angriff und ein Markenzeichen zugleich. Es sind die Worte von niemand anderem als Steve Jobs selbst.   

Ende der Auszeit: Steve Jobs kehrt zurück

Tatsächlich: Noch zu Jahresbeginn spekulierte die Technologiebranche über ein mögliches Ausscheiden des visionären Apple-Gründers, der sich gesundheitsbedingt ab Januar in eine halbjährige Auszeit verabschiedet hatte. Die Gerüchte brodelten in jener Zeit über: War der Krebs zurückgekehrt und am Ende verantwortlich für die besorgniserregende Gewichtsabnahme, mit der Jobs zu kämpfen hatte?

Apple und Jobs hatten die Gerüchte stets zurückgewiesen und den Gewichtsverlust mit einer Stoffwechselerkrankung begründet. Tatsächlich scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt zu haben. So vermeldete das „Wall Street Journal“ am Wochenende, Jobs habe in den vergangenen Monaten eine Lebertransplantation erhalten, wolle aber ab Ende Juni die Arbeit wieder aufnehmen, wenn auch zunächst nur in Teilzeit.  Bereits gestern Jobs wurde nach Angaben von Technologie-Blogs wieder auf dem Apple-Campus gesichtet.

Weiter Wachstum durch die boomende iPhone-Sparte

Der Zeit des Comebacks könnte besser nicht sein. Im ersten Halbjahr hatte Interims-CEO Tim Cook seine Aufgaben solide erledigt: Apple trotzt der Krise und wächst weiter. Maßgeblichen Anteil hat daran in allererster Linie Apples größter Wachstumstreiber – das iPhone.

Wie wichtig die Einführung des Smartphones war, an dem Steve Jobs intern viele Jahre arbeiten ließ, wird in Zeiten der Weltwirtschaftskrise erst richtig deutlich. Während Mac-Absätze erste Schwächeanzeichen erkennen lassen und sich 2009 erstmals in diesem Jahrzehnt wieder leicht rückläufig entwickelt haben und während auch die iPod-Verkäufe im achten Jahr nach der Einführung nur noch tapfer stagnieren, bricht die iPhone-Sparte zu immer neuen Rekorden auf.

Noch beeindruckenderer Marktstart als im Vorjahr
       
Bis Sonntag, 21. Juni, also innerhalb der ersten drei Tage nach der Markteinführung, hat Apple erneut mehr als eine Million iPhones 3G S verkauft, obwohl Analysten nur rund mit der Hälfte gerechnet hatten. Im Vorjahr hatte Apple ebenfalls die Millionenmarke geknackt – allerdings durch den Rollout des iPhones 3G, das gleich in 21 Ländern ausgeliefert wurde.

Das neue iPhone 3G S, das – wie es der Produktname schon ausdrückt – weniger gewaltige Verbesserungen mit sich brachte als das jetzige Upgrade, wurde dagegen am Startwochenende lediglich in acht Ländern verkauft.  Zusätzlich wurde die neue iPhone OS 3.0-Software innerhalb der ersten fünf Tage seit Bereitstellung von sechs Millionen Kunden heruntergeladen.

Apple, die „iPhone-Company“

Der Run bemerkenswert: „Das war ein beeindruckendes Wochenende, das sich in mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz niederschlägt – und zwar in den nächsten acht Quartalen“, folgert Dan Frommer von „Alley Insider“. „Besonders bemerkenswert ist dabei, dass viele Kunden ihr iPhone 3G upgraden und dafür 399 bis 499 Dollar bezahlen“.

Entsprechend ruft der „Alley Insider“ Apple dann auch schon zur „iPhone Company“ aus. „In weniger als zwei Jahren ist das iPhone von null zur stärksten Wachstumsstory von Apple geworden.“ Allein in diesem Quartal rechnet Piper Jaffray Analyst Gene Munster mit iPhone-Umsätzen von 1,65 Milliarden Dollar, die damit bereits rund 20 Prozent am Gesamtumsatz von acht Milliarden ausmachen.  

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