Anzeige

BDZV: Schleichwerbung, Monopole, Staatshilfen, Telefonterror – ja bitte!

In Köln tagt gerade das Medienforum NRW und neben dem Fernsehen geht es dort anlässlich der bekannten Krise auch um die Zukunft der Zeitung. Von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Plan, Jugendliche mit Blättern wie „WAZ“ und „Rheinische Post“ zwangsweise zu versorgen, halte ich persönlich gar nichts. Zumal das Vorhaben genau jene Gratis-Kultur fördert, gegen die die […]

Anzeige

In Köln tagt gerade das Medienforum NRW und neben dem Fernsehen geht es dort anlässlich der bekannten Krise auch um die Zukunft der Zeitung. Von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Plan, Jugendliche mit Blättern wie „WAZ“ und „Rheinische Post“ zwangsweise zu versorgen, halte ich persönlich gar nichts. Zumal das Vorhaben genau jene Gratis-Kultur fördert, gegen die die Verlage sonst so gerne herziehen. Aber das habe ich an anderer Stelle ausführliche behandelt.

Was mir noch auffiel, waren einige Aussagen des BDZV-Präsidenten Helmut Heinen. Laut „Kölnischer Rundschau“ (Heinens eigenes Blatt) sagte der Zeitungsverbandspräsident: „Wenn die Politik uns wirklich helfen will, dann soll sie darauf verzichten, die Zeitungen zu regulieren.“ Heinen kritisierte außerdem zunehmende Werbeverbote und „hysterischen Änderungen im Bereich Datenschutz“, die die Zeitungen in ihrem Vertriebsmarketing schwer einschränkten. Von der Politik forderte er eine ernsthafte Debatte über die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Presseerzeugnisse.

Aha. Ich darf mal kurz frei übersetzen, was Heinen meinen könnte: Den Zeitungen ginge es besser, wenn die Politik endlich das doofe Kartellrecht lockert oder am besten abschafft, damit die Verlage Monopole bilden können. Außerdem soll man doch bitteschön endlich Schleichwerbung erlauben, es machen ja sowieso schon fast alle. Und wenn man dann noch alten Omas am Telefon Abos und sonstigen Tand, den sie nicht brauchen, ungehemmt aufschwatzen kann, dann, ja dann sähe die Zeitungs-Zukunft schon gleich rosiger aus. Ach ja, ein bisschen Staatshilfe in Form von Mehrwertsteuer-Erlassen wäre auch noch ganz nett. Der Gedanke, dass ein großer Teil der Misere auch an den Zeitungen selbst liegen könnte, bzw. daran was da so drin steht, der ist dem Präsidenten offenbar nicht gekommen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige