Sevenload-Gründer: „Der Spaß ist vorbei“

Ein Warnschuss von unerwarteter Seite: Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan hat ein Buch geschrieben, und anders, als man erwarten könnte, stimmt er kein Web 2.0-Loblied an. Im Gegenteil: In "Der Fixierungs-Code: Warum wir die digitale Evolution verstehen müssen, wenn wir überleben wollen" warnt Evsan vielmehr vor den großen Gefahren und Abhängigkeiten, die im Internet lauern. Deshalb fordert er: "Für alle Web-Worker und Netz-Enthusiasten gilt: Der Spass ist vorbei. Wir müssen jetzt handeln."

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Ein Warnschuss von unerwarteter Seite: Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan hat ein Buch geschrieben und anders, als man erwarten könnte, stimmt er kein Web 2.0-Loblied an. Im Gegenteil: In „Der Fixierungs-Code: Warum wir die digitale Evolution verstehen müssen, wenn wir überleben wollen“ warnt Evsan vielmehr vor den großen Gefahren und Abhängigkeiten, die im Internet lauern. Deshalb fordert er: „Für alle Web-Worker und Netz-Enthusiasten gilt: Der Spass ist vorbei. Wir müssen jetzt handeln.“

Aber auch die schönen Seiten des Web will Evsan nicht verschweigen: „Es ist ein Buch über die heutige Funktionsweise des Internets. Mit all seinen Vor- und unglaublichen Nachteilen“, sagt der Kölner gegenüber MEEDIA. „Vier Vorteile sind besonders Erwähnenswert: 1. Dank des Internets können wir wunderbar alle miteinander – ohne Hierarchien – reden. 2. Eine gut aufgebaute und gepflegte Online-Reputation kann große Vorteile bringen. 3. Das Internet verschafft uns Zugang zu Wissen jeglicher Art. 4. Das Internet hilft der Globalisierung.“

Soweit das Positive. Spricht man jedoch nur kurz mit dem Sevenload-Gründer, wird schnell klar: Für ihn überwiegen momentan die Gefahren. Besonders drei Hauptbedrohungen sieht Evsan: „1. Die Online-Spiele werden immer besser und damit steigt die Gefahr, dass immer mehr Kids Spielsüchtig werden“, erklärt der 34-Jährige gegenüber MEEDIA. „2. Bewusst oder Unterbewusst haben wir eine fast schon kriminelle Lust am Diebstahl entwickelt. Im Web scheinen Güter keinen Wert mehr zu haben. (…) Auf einer Festplatte für gerade einmal 100 Euro können Güter im Wert von mehreren 100.000 Euro liegen.“

Die dritte große Gefahr sieht Evsan in der Entstehung von neuen Supermächten und Gatekeepern. „Den meisten Menschen ist gar nicht klar, wie viele persönliche Daten Google speichert und was – vor allem US-Unternehmen – über ihre deutschen User wissen.“

Für den Sevenload-Gründer ist es „völlig unverständlich“, dass eine deutsche Firma kaum Daten speichern darf, US-Companys jedoch so gut wie alles. „Wir haben einfach noch nicht gelernt, mit der nötigen digitalen Selbstdisziplin uns immer wieder zu hinterfragen, was wir eigentlich im Internet von uns preisgeben.“

Mit Sorge beobachtet der Kölner, dass das Bewusstsein für diese Datenschutzproblematiken nur in einem sehr kleinen Kreis von Experten wächst. Diesen Web-Facharbeitern schreibt Evsan jedoch eine ganz besondere Verantwortung zu: „Wir Experten müssen die Offliner in einer neuen einfachen Sprache aufklären, welche Vor- und Nachteile  die digitale Welt bringen.“

Unabhängig von der Finanz- und Werbekrise glaubt Evsan, dass die Web 2.0-Party vorbei ist und es an der Zeit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen, denn schließlich sei nun ja Schluss mit Lustig.
Der Fixierungs-Code“ soll Ende September erscheinen.

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