iPhone OS 3.0 im Software-Test

Es war eine klare Ansage: Nicht das morgen erscheinende neue iPhone-Model ist der eigentliche Star - es ist das Betriebssystem, findet etwa die US-Tech-Ikone Walt Mossberg. Und der renommierte "Wall Street Journal"-Tech Reporter hat recht: Dank des Basisfeatures "Copy & Paste & Cut" und MMS, vor allem durch eine neue präzisen Suchfunktion, einer Sprachaufnahme-Applikation und der Generalüberholung von bereits vorhandenden Applikationen wird auch das iPhone 3G zum fast kompletten neuen Gerät.

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Die Stunde Null schlug pünktlich zu Mitternacht: Fast fünf Stunden länger als geplant mussten iPhone-Nutzer auf das bisherige Highlight des Apple-Produktjahres warten – das bereits im März angekündigte neue mobile Betriebssystem 3.0 für das iPhone. Technische Schwierigkeiten hatten die Authentifizierung zunächst verhindert. Wer dann endlich das 230 MB schwere Update heruntergeladen und das iPhone synchronisiert hatte, bemerkte auf den ersten Blick wenig Bahnbrechendes. Doch die eigentliche Faszination liegt im Detail:

1. Kopieren, ersetzen und  ausschneiden

Im Grunde ist es eine Basisfunktion, die selbstverständlich sein sollte – doch das vom Computer bekannte „Kopieren und Ersetzen“ von Texten war in den Vorläufermodellen nicht vorhanden. Das ändert iPhone OS 3.0 – und zwar auf die bisher smarteste Form, die auf Smartphones zu finden ist, wie Walt Mossberg findet: „Das ist die beste Implementation, die ich bislang gesehen habe“.

Es stimmt: Die Markierung eines Wortes oder Satzes oder ganzen Textes erfolgt per Doppelklick. Danach kann der User per Pop-Up zwischen den Funktion „Ausschneiden“, „Kopieren“ und „Einsetzen“ wählen – einfacher und komfortabler geht es auf 640 x 480 Pixeln nicht.    

2. Die Suchfunktion  

Die wahrscheinliche wichtigste und nützlichste Funktion ist die längst überfällige lSuche, die von der Startseite mit einem Slide erreichbar ist. Bislang konnte man nur in Kontakten  suchen – jetzt in allen Applikationen und geladenen Objekten auf dem iPhone. Der Suchbegriff führt etwa schnell zu Einträgen in Mail, Kontakte oder iTunes – oder anderen Applikationen, die ein Nutzer auf Apples Smartphone installiert hat. Enorm hilfreich und leicht in der Handhabe.

Großartig: Bei der Emailsuche verbindet das iPhone direkt mit dem Server, so dass alle Mails aus dem Archiv gefunden werden können – und nicht nur die letzten 50 angezeigten.

3. Sprachmemos

Audio-Aufnahmen waren bereits in zahlreichen Applikationen über den App-Store zu haben – etwa via iRecorder. Doch Apples eigene Applikation ist in der Funktionalität entsprechend viel besser an das eigene Betriebssystem angepasst: Mit einem Klick können die als m4a-Datei komprimierten Aufnahmen via Mail oder MMS verschickt werden.

4. MMS
Die längst überfällige Basisfunktion zum kostenpflichtigen Handy-Versand von Fotos erreicht nun auch das iPhone. Was ist ein Spätzünder aussieht, war für iPhone-Nutzer untereinander bislang überhaupt nicht nötig: Warum schließlich kostenpflichtig mobile Bilder via MMS versenden, wenn es auch gratis via eMail geht? Doch schließlich besitzt ja nicht jeder Mobilfunkkunde ein iPhone.

5. Updates von bekannten Applikationen

Mehr Service bei bereits bekannten Applikationen: Das vom Mac-Desktop bekannte Widget „Aktien“ etwa wurde um nützliche Zusatzinfos wie die Marktkapitalisierung, weiterführende Marktdaten (Tageshoch und-tief) sowie Nachrichten zu den entsprechenden Aktien erweitert.

In der Kalenderfunktion können nun auch etwa neue Termine via Microsoft Exchange ActiveSync  verwaltet werden. Und auch die Notizen können nun endlich direkt mit dem Macintosh synchronisiert werden. Nutzer von Apples eMail-Dienst Mobile Me haben die neue Option, ihr iPhone im Falle eines Verlust via „Find my iPhone“ zu orten.

Fazit: iPhone OS 3.0 ist das nötige Upgrade, auf das iPhone-Nutzer lange gewartet haben. Trotzdem es viele gute Gründe für den Kauf der dritten iPhone-Hardware-Generation, die ab morgen in den Handel kommt – die verbesserte Geschwindigkeit, die längere Batterielaufzeit, die verbesserte Kamera und vor allem die Videoaufnahme-Funktion.

Leider jedoch gibt es für Bestandskunden der 3G-Generation bei T-Mobile wieder durch die happige Ablösesummen und die verschlechterten Tarifkonditionen zu mobilien Web-Nuzzung wohl mindestens ebenso viele Gründe, die dagegen sprechen.

Es wird also spannend, ob T-Mobile am Startwochenende genau so viele Geräte verkaufen kann wie noch im vergangenen Sommer. Weltweit rechnen Wall Street-Analysten mit 500.000 – 700.000 Geräten – im vergangenen Jahr wurden noch 1 Million iPhones am ersten Wochenende verkauft.

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