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Bohlen siegt gegen Burda-Blatt

Der Claim von Burdas „Viel Spass“ lautet: Zum kleinen Preis. Teuer hingegen wird nun eine Entscheidung des Landgerichts Hamburg. Vor zwei Jahren druckte die Zeitschrift Fotos, auf denen ein nacktbadender Dieter Bohlen samt Freundin zu sehen war. Die Hamburger Richter verdonnerten „Viel Spass“ jetzt dazu, dem Produzenten und Komponisten ein Schmerzensgeld von 40.000 Euro zu zahlen. Für die Richter stellt die Veröffentlichung eine schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung dar.

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Nach Meinung der Richter handele sich um einen Eingriff in die Intimssphäre Bohlens, da sich der Leser anhand des „zu erkennenden Schattenwurfs eine konkrete Vorstellung in Bezug auf das Genital des Klägers machen kann“ Außerdem besitze „der Artikel keinerlei Informationswert und diene allein dem kommerziellen Erfolg der Beklagten“.
In ihrer Urteilsbegründung verpassen die Richter „Viel Spass“ noch einen zusätzlichen gehörigen Rüffel. „Als langjährig am deutschen Markt tätigem Verlagsunternehmen sind ihr („Viel Spass“) die journalistischen Sorgfaltspflichten nach den Landespressegesetzen umfänglich bekannt. Es hätte sich ihr daher aufdrängen müssen, dass durch die angegriffenen Veröffentlichungen das Persönlichkeitsrecht des Klägers in schwerwiegender Weise verletzt werden würde“, heißt es in der Urteilsbegründung. „Entsprechend war ihr auch bekannt, dass sie nicht von dem Umstand, dass das streitgegenständliche Foto auch anderweitig veröffentlicht worden ist, darauf schließen durfte, dass ihre eigene Veröffentlichung zulässig sei.“
Tatsächlich brachte die B.Z. dieselben Fotos bereits einige Wochen zuvor, und bereits da gab es Ärger. Nach Informationen des Bildblogs sind Bohlens Anwälte auch gegen die Berliner Boulevardzeitung vorgegangen „ähnlich erfolgreich wie jetzt gegen ‚Viel Spaß’“.
Das Burda Heft bezeichnet sich selbst als „die junge kompakte Freizeit-Illustrierte. Frisch, fröhlich und frech – und immer auf der Seite der Frauen.“ Das Magazin kommt pro Woche auf eine Gesamtauflage von 236.895 Exemplaren.

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