StudiVZ: „Ein negativer Faktor ist weg“

1:0 für StudiVZ: In dem Verfahren um Plagiatsvorwürfe hat die Holtzbrinck-Tochter StudiVZ vor dem Landgericht Köln einen Sieg gegen ihren Konkurrenten Facebook errungen. "Wir freuen uns sehr. Recht zu haben, bedeutet leider nicht automatisch auch immer Recht zu bekommen", kommentiert StudiVZ-Chef Markus Berger-de Leon gegenüber MEEDIA. Doch noch ist das Spiel nicht aus. Zwei weitere Prozesse zwischen den Social Network-Rivalen sind noch offen.

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Bereits im Juli 2008 hatte Facebook vor dem Bezirksgericht von San José in den USA Klage gegen StudiVZ eingereicht. Als Reaktion darauf erhob StudiVZ im selben Monat beim Landgericht Stuttgart eine sogenannte Feststellungsklage, die StudiVZ bescheinigen sollte, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe unzutreffend sind. Als Reaktion auf diese Feststellungsklage hatte Facebook im November 2008 beim Landgericht Köln eine Hauptklage (Az.: 33 O 374/08) gegen StudiVZ eingereicht, die nun entschieden wurde. Die Klage enthielt einige, aber nicht alle Vorwürfe aus dem US-Verfahren. Das Stuttgarter Verfahren, das durch die Kölner Klage faktisch in der Schwebe gehalten wurde, gewinnt daher nun wieder an Bedeutung. An den Verfahren in Deutschland ist die StudiVZ-Mutter Holtzbrinck nicht beteiligt. Denkbar ist, dass Facebook und StudiVZ in einem der anderen Verfahren einen Vergleich aushandeln.

Bei der Frage nach dem Fortgang der beiden ausstehenden Klagen ist im Moment auch der StudiVZ-Chef ratlos. „Wie es mit den beiden anderen Prozessen weitergeht, lässt sich noch nicht absehen. Der US-Prozess ist sowieso völlig unabhängig.“
 
Die Berliner freuen sich erst einmal über den wichtigen ersten Sieg. „Ich bin vor allem froh, dass wir uns jetzt wieder anderen – wichtigeren – Dingen zuwenden können. So ein Prozess bindet intern doch viele Ressourcen. Extern ist jetzt endlich ein negativer Faktor weg, der uns in der öffentlichen Wahrnehmung immer belastete“, sagt der CEO. „Ich habe immer mit großem Befremden verfolgt, wie sich Facebook in Deutschland auf die Prozesse konzentrierte, anstatt im Markt zu beweisen, wer das bessere Angebot hat.“ Stolz weißs Berger-de Leon an diese Stelle darauf hin, dass „wir in Deutschland pro Tag noch immer schneller wachsen.“

Einen kleine Spitze richtet der Holtzbrinck-Manager noch an den US-Rivalen: „Ich glaube, dass die Nutzer ganz genau merken, wer sich hauptsächlich um sein Produkt kümmert und wer nur mit juristischen Kniffen versucht, dem Konkurrenten zu schaden.“

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