Anzeige

‚KinderZeit‘: Schmökern & Basteln mit Niveau

Es ist nett – und zielgerichtet: Die "Zeit" bringt am 17. Juni erstmals ein "KinderZeit Ferienheft" heraus. Mit dem 67-seitigen Magazin sollen Kinder ihre "wunderbaren Ferien möglichst lustig und spannend verbringen" – und nebenbei lernen, was gut für sie ist: niveauvolle Unterhaltung, die auch von den Eltern geschätzt wird. 4,95 Euro geben diese bestimmt gerne dafür aus, dass ihre Kids von bunten Billigheften wie "Bob der Baumeister" ferngehalten werden. Und die "Zeit" freut sich auf ihre neue Leserschar.

Anzeige

Konzipiert ist das Magazin für Sieben- bis Zwölfjährige. Susanne Gaschke, die seit Mitte 2008 für die Kinderseiten der „Zeit“ verantwortlich ist, leitet auch die Redaktion des „Ferienhefts“. Hier wie dort sind es vor allem die Mitmach-Elemente, die den Lesespaß ausmachen: Rätsel, Bastel-Anleitungen und Rezepte sollen die Langeweile, die schon mal in den sechs endlos erscheinenden Sommerferienwochen aufkommen kann, vertreiben. Dazu gibt es viel Wissenswertes, etwa über ferne Reiseziele oder fremde Sprachen, u.a. verfasst von namhaften „Zeit“-Autoren, und jede Menge Kurzgeschichten.

Inhaltlich gelungen, könnte man sagen. Trotzdem ist das „Ferienheft“ noch nicht der ganz große Wurf, zu aseptisch wirkt die Aufmachung, zu pädagogisch wertvoll der Ton. Das fängt im Editorial an („Dieses Heft soll euch helfen…“) und hört bei den Rubriknamen auf: „Basteln!“ oder“Picknick!“ heißen diese etwa und hören sich an wie ein kommando-artiges „Habt Spaß!“. Das „Ferienheft“ will gefallen – leider erst an zweiter Stelle den Kindern. Erst einmal sollen die Eltern das Magazin kaufen.

Gaschke selbst möchte mit der „KinderZeit“ Themen kindgerecht aufbereiten, „die in anderer Form auch in anderen Teilen der ‚Zeit‘ zu finden sind.“ Die Kinderseiten sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern „auch Gespräche über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Familie“ fördern. Gleichzeitig wecke die „KinderZeit“ spielerisch Lust am Lesen und speziell der Zeitungslektüre. Auch das „Ferienheft“ soll Kinder auf „‚Zeit‘-Niveau“ unterhalten, erklärt Gaschke. Hohe Erwartungen ans Magazin wie an die kindlichen Leser.

Im September 2008 entschied sich der Zeitverlag, die Kinderseiten langfristig ins Blatt zu nehmen. „Die ‚KinderZeit‘ hat im Leser- und Anzeigenmarkt für so viel positive Resonanz gesorgt, dass wir nicht mehr auf sie verzichten möchten“, erklärte „Zeit“-Geschäftsführer Rainer Esser damals. Neben „hervorragenden Marktforschungsergebnissen“ und „begeisterten Zuschriften von Eltern und Kindern“ dürfte es vor allem das positive Echo der Anzeigenkunden gewesen sein, welches die Fortführung und die nun stattfindende Line Extension der „KinderZeit“ vorantrieb.

Der Zeitverlag macht, was vernünftig erscheint: er konzentriert sich aufs Wesentliche. In Krisenzeiten ist das die Familie und so reiht sich der Titel ein in eine Liste aktueller Print-Projekte, die mal mehr, mal weniger erfolgreich sind – es aber allesamt auf die gute alte Familie abgesehen haben. Ein Wort, das vor ca. fünf Jahren hoffnungslos out war. Gruner und Jahr hat im April eine erste Ausgabe des Magazins „Nido“ erfolgreich herausgebracht, der Spiegel-Verlag plant für den Herbst ein Kinderheft und die „Süddeutsche“ hat mit dem gescheiterten „Wir“ immerhin einen Ausflug in diese Richtung unternommen.

Das „KinderZeit Ferienheft“ ist ab Mittwoch an Kiosken und im Bahnhofsbuchhandel für einen Copypreis von 4,95 Euro erhältlich.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige