Partyaufruf bei MeinVZ legt Sylt lahm

Die Quintessenz vorne weg: Social Networks können in Deutschland mittlerweile eine enorme Kraft entwickeln. Der Beweis: Am Wochenende haben sich in Westerland auf Sylt rund 5.000 Jugendliche zu einer gemeinsamen Strandparty getroffen. Der Besondere an der Feier war, dass sie über die StudiVZ-Tochter MeinVZ verabredet wurde. Vormals hatte der Organisator lediglich mit hundert Teilnehmern gerechnet. Schnell lief die Party allerdings aus dem Ruder. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.

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Die Geschichte begann ganz harmlos: Der 26-Jährige Christoph S aus Busdorf bei Schleswig wird von seiner Freundin verlassen. Deshalb will er eine Party in Westerland feiern. Er gründet eine MeinVZ-Gruppe und lädt rund 100 Bekannte ein.
Der Aufruf verbreitet sich schnell durch das Social Network. Bereits am Freitag haben rund 13.000 MeinVZ-Nutzer ihr Kommen zugesagt. Noch am Samstag spricht ein Radiosender von bis zu 14.000 MeinVZ-Mitgliedern, die nach Sylt kommen wollen. Im Endeffekt waren es „lediglich“ zwischen 4.000 und 5.000 Gäste, die zusammen mit viel Bier – aber ohne Musik – eine Nacht am Strand verbrachten.

Trotz der wesendlich geringen Besucherzahlen verhaften die 350 Polizisten, von den viele extra auf die Insel geschickt wurden, 14 Jungendliche „Die Bundes- und Landespolizei hatte alle Hände voll zu tun, um Herr der Lage zu bleiben“, sagte ein Polizeisprecher in Husum. Vor allem nachdem den Jugendlichen der selbstmitgebrachte Alkohol ausging, wurde die Lage prekärer – denn dann zogen sie vom Strand in die Stadt. Dort verzeichnete die Polizei rund 30 Straftaten wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Widerstandshandlungen. Ein Polizist wurde verletzt. „Besonders erschreckend waren dabei die hohe Anzahl der zum Teil erheblich alkoholisierten Teilnehmer und das damit verbundene Aggressionspotenzial“, zitiert Focus Online einen Polizei-Sprecher.

Auch die Nord-Ostsee-Bahn litt unter dem Ansturm der Partygäste. Die Schäden  durch Randalierer beziffert die Bahn auf eine mittlere fünfstellige Summe. Bezahlen soll die gesamten Kosten Party-Organisiator Christoph S..

Trotzdem hat sich für den 26-Jährigen der Party-Aufruf gelohnt. Vor der Feier war er arbeitslos. Mittlerweile soll ihm ein Verlag einen Job angeboten haben.

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