BBC kürzt Star-Bezüge drastisch

Die britische BBC hat ihren prominentesten und teuersten Mitarbeitern auf einem Empfang eröffnet, dass sie künftig auf bis zu 40 Prozent ihrer Bezüge verzichten müssten. Der hinter der ARD zweitgrößte öffentlich-rechtliche Senderverbund der Welt hat bis 2013 Einsparungen über annähernd zwei Milliarden Pfund zugesagt.

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Wie der Londoner „SZ“-Korrespondent Wolfgang Koydl ohne großes Mitleid nachzeichnet, ist die BBC angesichts von Wirtschaftskrise und Unterhaus-Spesenskandal noch stärker unter Druck geraten und geht nun in die Spar-Offensive. Generaldirektor Mark Thompson teilte seinen Spitzenkräften mit, wer 100.000 Pfund verdiene, müsse sich auf 25 Prozent weniger beim nächsten Vertrag einstellen, darüber könnten es auch 40 Prozent werden. Das beträfe Größen wie Fußballkommentator Gary Lineker (undementierte 1,5 Millionen Pfund), Entertainer Graham Norton (2,5 Mio.) und Showstar Jonathan Ross (5,6 Mio.).

Die BBC hat in den letzten Jahren bereits 7200 Stellen gestrichen; weitere 1200 gelten als unmittelbar gefährdet. Ein nicht unwahrscheinlicher Wahlsieg der Konservativen könnte die Situation des weltweit ausstrahlenden Mediengiganten weiter erschweren. Die noch etwas größere ARD und das ZDF sind von solchen Sparauflagen bisher verschont geblieben.

Der Zorn Londons (SZ, Seite 15, nur Print)

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