„Welt“-Chefredakteur Schmid wird Blogger

Seit Montagmittag hat die deutsche Blogophäre ein prominenten Neuzugang: Welt-Chefredakteur Thomas Schmid. In seinem neuen Journal will der Journalist alle seine gedruckten Kommentare veröffentlichen sowie mehrmals pro Woche exklusive Beiträge zu aktuellen "politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen" schreiben. Schmids-Einstiegstext befasst sich mit den Schüssen auf Benno Ohnesorg (1967) und ist eine Erwiderung auf einen FAZ-Text des Schriftstellers Peter Schneider.

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Schmid, der sich ebenfalls als „Achtundsechziger“ bezeichnet, kommentiert in seinem Start-Posting Schneiders-Satz: „Ehrlich gestanden, graut mir ein bisschen vor ehrgeizigen Historikern, die mir aus den Akten mit Forscherstolz die ‚Wahrheit’ über diesen Abschnitt meines Lebens erklären.“ Der Abschnitt stammt aus einem Artikel in der „FAZ„, auf den Schmid auch ordnungsgemäß verlinkt.

Damit beweist der Welt¬-Chef zweierlei. So will er sich Erstens in seinem Blog mit ernsten Themen beschäftigen und nicht nur Redaktions-Gossip verbreiten, wie es andere Chefredakteure in ihren Journalen und Editorials zu tun pflegen. Zweitens hat Schmid die grundlegendste Blogger-Regel bereits verstanden: Verlinken. Auch wenn der Link in diesem Fall die Besucher zur Frankfurter Konkurrenz schickt.

In einem Interview mit dem Branchendienst „Kontakter“ zu seinem neuen Blog verrät der Springer-Mann: „Hier werde ich das wagen, was zu meiden ich vor langer Zeit gelernt habe – ich werde in der Ich-Form schreiben.“ Denn für Schmid handelt es sich bei den meisten Texten um schnelle Einwürfe. „Das Florett kommt zum Einsatz. Und Witz und Humor spielen eine große Rolle.“

Der Start des Blogs zeigt einmal mehr, dass ich die Welt-Gruppe größte Mühe gibt, möglichst vielen modernen Trends zu folgen. „Ein bloggender Chefredakteur der Welt-Gruppe passt ins Bild – wir sind digitale Vorreiter, ob mit Welt.de, Welt Mobil oder einer twitternden Welt Kompakt voller QRCodes“, sagte Schmid dem „Kontakter“.

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