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US-Report: Condé Nast in roten Zahlen

Nicht nur für deutsche Medien-Konzerne sind schwere Zeiten angebrochen, auch in den USA sehen die Perspektiven für Groß-Verlage ausgesprochen düster aus. Jüngster Beleg: die Zeitschrift „New York“ bringt diese Woche eine lange, lesenswerte Titelgeschichte über die Probleme vom Condé Nast-Konzern und seinem 81jährigen Verleger S.I. Newhouse Jr.. Die Story enthült, dass der traditionell renditeschwache Gesamtkonzern Condé Nast inzwischen rote Zahlen schreibt.

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Nicht nur für deutsche Medien-Konzerne sind schwere Zeiten angebrochen, auch in den USA sehen die Perspektiven für Groß-Verlage ausgesprochen düster aus. Jüngster Beleg: die Zeitschrift „New York“ bringt diese Woche eine lange, lesenswerte Titelgeschichte über die Probleme vom Condé Nast-Konzern und seinem 81jährigen Verleger S.I. Newhouse Jr.. Die Story enthült, dass der traditionell renditeschwache Gesamtkonzern Condé Nast inzwischen rote Zahlen schreibt. 
Unter der Headline „The Last Old-Media Tycoon“ berichtet das Magazin nicht nur, wie sehr Newhouse an seinem kürzlich eingestellten Business-Magazin „Portfolio“ gehangen hat. Das Abenteuer dürfte ihn 150 Mio. Dollar gekostet haben. Der Artikel behauptet auch, dass der Gesamtkonzern Condé Nast, der angeblich in der Vergangenheit kaum über 5% Rendite gemacht haben soll, inzwischen rote Zahlen schreibt.  
„I have never seen him so depressed“, sagt ein Beobachter über den Verleger. „Almost all of his magazines have been hammered by the downturn“. Das Anzeigengeschäft von „Wired“ läge in den ersten drei Monaten 60% unter dem Vorjahr, das von „Vogue“ und „Vanity Fair“ bei einem Minus von 30%. 

Der Artikel sieht Ähnlichkeiten zwischen Condé Nast und dem Niedergang vom Hollywood-Studio MGM. Das größte Problem von Conde Nast sei das Zeitungsgeschäft. So hätte alleine Newarks „Star-Ledger“ im letzten Jahr 40 Mio. Dollar verloren. Aber auch bei den Zeitschriften seien weitere Titeleinstellungen nicht ausgeschlossen. Als mögliche Kandidaten werden – mit Fragezeichen – „Wired“ und „Architectual Digest“ genannt.  

Tragisch sei, dass Condé Nast den Anschluss ans Internet nicht gefunden hätte. „Newhouse has kept his editors away from the web“. Nur 3% der Umsätze von Condé Nast kämen heute aus dem digitalen Bereich „Maybe an 80 year old man isn’t the best person to figure out what the next generation of readers want“, meint dann auch ein ehemaliger Angestellter. 

Voller Lob ist der Artikel über Jonathan, „the worldly London-based cousin with a British passport“, der in der Newhouse-Famile für die internationalen Zeitschriften verantwortlich ist. Dass auch Jonathan gerade erhebliche Probleme hatte und die Einstellung von „Vanity Fair“ in Deutschland mit geschätzten 100 Mio. Euro Verlust zu verantworten hat, darüber berichtet der ansonsten glänzend informierte Autor Steve Fishman nicht.  
Fishman gilt als „one of the more honored magazine journalists in America“. Er hat in der Vergangenheit bereits dreimal den „Best Magazine Story Award“ gewonnen. Sein Bericht über „Si Newhouse’s Dream Factory“ ist ein Muss für jeden Medien-Interessierten.

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