„Abendblatt“: Radikalumbau bei G+J

Die vom Hamburger Traditionsverlag Gruner & Jahr vor dem Hintergrund der Finanzkrise angestrebten Umstrukturierungen, könnten viel weitreichender sein, als bisher gemutmaßt wurde. Wie das "Hamburger Abendblatt" in seiner Samstags-Ausgabe berichtet, plant das Management einen Umbau in drei Stufen, um das Unternehmen für die Zukunft zu positionieren. Wichtigste Maßnahme ist dabei, dass das Geschäft des Corporate und Professional Publishing ausgebaut bzw. entwickelt werden soll.

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In seiner Kolumne „Medien-Macher“ schreibt der gewöhnlich gut informierte Autor Kai-Hinrich Renner, dass Gruner + Jahr in einem ersten Schritt das bisherige Kerngeschäft, der Zeitschriften „krisenfest“ machen will. Diese Stufe trage den Titel „Reinventing“. Ziel dieser Maßnahmen soll es sein, bei geringeren Kosten Magazine in gleichbleibender Qualität zu produzieren. In Fällen, wo dies nicht realistisch scheine, stünde auch die Einstellung bzw. der Verkauf einzelner Titel zur Disposition.

Stufe zwei trägt – nach Informationen Renners – den Namen „Expanding“. Unter diesem Schlagwort soll das Feld des Corporate Publishing (G+J Exklusiv) ausgebaut werden. Der Verlag wolle in deutlich größerem Umfang als bisher Dienstleistungen und Kundenzeitschriften für Dritte anbieten.

Die dritte und finale Umbaustufe schließlich trägt angeblich den klingenden Namen „Building a new Core“. Dahinter verbirgt sich der Plan im Bereich der Geschäftskunden ein neues „Kerngeschäft“ zu entwickeln. Nach „Abendblatt“-Informationen erstreckt sich Professional Publishing auch auf umfangreiche Datenbanken, sowie die Organisation von Events und Messen.

Der Umbauplan, der deutliche Züge der Philosophie der G+J-Konzern-Mutter Bertelsmann trägt, umschreibt einen Weg, den jüngst etwa auch der US-Verlag Hearst eingeschlagen hat.

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