ProSiebenSat.1 gründet Event-Tochter

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 wird zum Veranstalter: Auf der heutigen Hauptversammlung des Konzerns kündigte Vorstandschef Thomas Ebeling an, noch in diesem Jahr ein Profit-Center für Live-Entertainment zu gründen. Die Eventtochter, bisher namenlos, soll Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Show, Sport und Comedy organisieren und vermarkten – und den Umsatz nach oben steigern. "In Zeiten schrumpfender Werbemärkte ist eine Diversifizierung unserer Geschäfte wichtiger denn je", so Ebeling.

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Die neue Tochter soll große Ereignisse der Sendergruppe selbstständig veranstalten und vermarkten und neue Events entwickeln. Zudem will Ebeling das Künstlermanagement der Sendergruppe ausbauen und stärker auf die Vermarktung von gruppeneigenen Künstlern und Moderatoren setzen. ProSiebenSat1 soll hier „eine der besten Adressen im Lande“ werden, so Ebeling. Die so oft zitierte „multimediale Wertschöpfungskette“ bekommt mit der Eventtochter ein weiteres Element.

Die Sendergruppe betreibt mit Starwatch Music bereits eine Tochter fernab vom Kerngeschäft. Das Plattenlabel hat unter anderem Chris de Burgh unter Vertrag, von dessen letztem Album in den vergangenen sechs Monaten mehr als 100.000 Exemplare verkauft worden sind, wie Ebeling wissen ließ.

Der Vorstandschef hatte während der Hauptversammlung vor allem damit zu tun, Vertreter von Aktionärsschutzvereinigungen zu beruhigen. Oberstes Ziel, so Ebeling, sei die Steigerung der Werbemarktanteile in einem schwierigen Umfeld. „Obwohl die Preise unter Druck sind, bemühen wir uns um eine Kapitalisierung unserer Medialeistung zu angemessenen Preisen.“ Dies sei mit dem Ausbau des Brutto-Werbemarktanteils im ersten Quartal von 40,3 Prozent auf 43,6 Prozent schon ein Stück weit geschafft.

Zu Prognosen für 2009 wollte sich der Vorstandschef jedoch nicht äußern. Die massiven Schulden von 3,5 Milliarden Euro, die während der Versammlung immer wieder Thema waren, wollte Ebeling nicht als Gefahr für die Gruppe sehen: „Das ist sicher kein Ruhekissen, aber auch kein Grund für schlaflose Nächte.“ Er wies in diesem Zuge auf die liquiden Mittel von 509 Millionen Euro zum Ende des ersten Quartals hin.

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