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Kickback-Verfahren: Geldbuße abgelehnt

Neue Chef-Ermittler, frischer Elan: Seit dem 1. Juni ist Andreas Harz Staatsanwalt am Münchner Oberlandesgericht. Zum Start seiner Tätigkeit hat er sich vorgenommen, dass seit 2007 laufende Kickback-Verfahren um strittige Rückvergütungen an Media-Agenturen zügig abzuschließen. Harz soll laut dem Branchendienst "W&V" einigen der rund 30 Angeklagten vorgeschlagen haben, das Verfahren gegen eine hohe Geldstrafen zu beenden. Die meisten Beschuldigten sollen das Angebot jedoch abgelehnt haben.

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Der Grund für die Ablehnung soll darin liegen, dass die Angeklagten fürchten, eine Annahme der Offerte der Staatsanwaltschaft München I würde in der öffentlichen Wahrnehmung einem Schuldeingeständnis gleichkommen. Das wiederum könnte dazu führen, dass die Kunden der von dem Prozess betroffenen Agenturen Schadenersatzklagen anstrengen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rund 30 Personen, darunter Mitarbeiter von SevenOne Media, der Vermarktungstochter des TV-Konzerns ProSiebenSat.1. Darüber hinaus sollen sich auch ein Großteil der Top-15-Media-Agenturen im Visier der Ermittler befinden. Prominentester Kopf in der Gruppe der Verdächtigen ist Peter Christmann, Ex-Vorstand Sales & Marketing von ProSiebenSat.1.
 
Im Mittelpunkt der Ermittlung steht die umstrittene Kickback-Praxis. Dabei geht es um Rückvergütungen die Media-Agenturen für Anzeigen- oder Werbeclip-Buchungen von den Medienunternehmen erhalten. Bei ihren Ermittlungen beschäftigte sich die Staatsanwaltschaft zudem mit dem Verdacht auf Bestechung, Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Untreue zu Ungunsten der Kunden.

In Köln ist ein ähnliches Verfahren anhängig. Deshalb wird den Münchner Ermittlungen ein gewisser Präzedenzcharakter zugesprochen.

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