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Freelens attackiert Jalag via „Zeit“-Anzeige

Der Kampf von Freelens gegen den Jahreszeiten Verlag geht in die nächste Runde. Jetzt hat der Fotografen-Verband in der aktuellen „Zeit“ eine ganzseitige Anzeige (Bruttopreis 40.972 Euro) geschaltet. Zankapfel ist ein neuer Rahmenvertrag für Jalag-Fotografen. Hauptforderung der Anzeige: "Herr Ganske, reden Sie mit Ihren Partnern auf Augenhöhe." Beim Hamburger Verlag dagegen ist man verwundert, dass Freelens die Diskussion so "polemisch, aggressiv und mit irreführenden und unzutreffenden Argumenten führt".

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Wichtigster Bestandteil des neuen Rahmenvertrages ist ein Passus, der beinhaltet, dass die Fotografen nahezu alle Rechte an ihren Bildern abgeben. Darüber hinaus sollen sie sämtliche während eines Auftragserstellten Fotos der gesamten Gaske-Gruppe überlassen.
Darauf antwortet nun die Anzeige in der „Zeit“: „Eine Flatrate für Fotos, einmal zahlen, ewig nutzen – so stellt sich der Verlag die Zusammenarbeit mit uns freien Fotografen in Zukunft vor.“ Weiter heißt es: „Dieser Vertrag entzieht uns nicht nur die Grundlage unserer Existenz, er entwertet auch unsere kreative Leistung.“
Nach Meinung der Fotografen profitiert die Ganske-Gruppe sogar doppelt, weil sie „unsere Fotos zum Nulltarif“ in allen 50 Objekten der Verlagsgruppe „weiter nutzen können.“ Und zweitens, „in dem sie unsere Fotos exklusiv an Dritte weiter vermarkten – unter Umgehung der marktüblichen Entscheidungsfreiheit der Fotografen.“
Unterzeichnet wurde die Anzeige von über 3000 Fotografen und 18 Verbänden und Bildagenturen. Hauptforderung der Appellanten: „Herr Ganske, reden Sie mit Ihren Partnern auf Augenhöhe!“

Gegenüber MEEDIA erklärt Verlagsgeschäftsführer Peter Rensmann die Position des Jahreszeiten Verlags: „Unsere Rahmenvereinbarung für Fotografen ist marktüblich und weicht – anders als behauptet wird – nicht von etablierten Branchenstandards ab.“ Der Manager glaubt hingegen sogar, dass die Vertragsgrundlage in „mehrfacher Hinsicht vorteilhaft für Fotografen ist, die regelmäßig mit dem Jahreszeiten Verlag zusammenarbeiten.“ Denn sie „ermöglicht sowohl dem Verlag als auch den Fotografen eine wirtschaftlich stabile und dauerhafte Zusammenarbeit unter den dramatisch veränderten Rahmenbedingungen der Medienmärkte.“

Besonders wichtig ist Rensmann der Punkt, dass der mehrfach von Verbänden formulierte Vorwurf der „Zwangssyndication“ ist schlicht falsch sei. „Die Rahmenvereinbarung bezieht sich exklusiv und nur auf Bildproduktionen, die vom Jahreszeiten Verlag konzipiert, realisiert und vollständig vorfinanziert werden, die es also ohne den Jahreszeiten Verlag gar nicht geben würde.“ Die Hamburger wollen nur deshalb als Vermarkter tätig werden, weil sich solche aufwendigen Produktionen sonst nicht mehr realisieren lassen.“

Für Rensmann liegt der Fall klar: „Der Verlag muss die Chance haben, das, was er investiert und vorfinanziert, auch wieder am Markt zu verdienen, sonst kann er sich Bildproduktionen wie bisher nicht mehr leisten.“ Bereits Mitte Mai hatte der Jahreszeiten Verlag Freelens gebeten „wieder zur Sachlichkeit – nicht zuletzt auch zum Wohl der Fotografen – zurückzukehren.“

Die Anzeige scheint erst einmal nicht dazu gedacht, die Situation zu beruhigen. Noch gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die beiden Seiten tatsächlich zusammensetzen und ihre Meinungsverschiedenheiten ausdiskutieren. Juristisch scheint dem Fotografen-Verband die Hände gebunden zu sein, denn sonst hätte Freelens längst eine Klage eingereicht.

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