P7S1: „Besser die Konkurrenz geschlagen“

Jetzt redet die Heuschrecke: In einem großen Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt Aufsichtsratschef der ProSiebenSat.1 AG und Permira-Manager Götz Mäuser, dass man noch lange "keine Entwarnung gegeben kann". Die Krise ist noch nicht vorbei, auch weitere Sparmaßnahmen schließt er nicht aus. immerhin will der Manager kein Personal abbauen. Den Gerüchten um einen Sender-Verkauf widerspricht Mäuser: "Wir führen keine Gespräche mit der Axel Springer AG zum Thema Verkauf."

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Das gilt auch für einen Teilverkauf, zum Beispiel von Sat.1. Zuletzt gab es immer wieder heftige Spekulationen, dass die spektakulären Verpflichtungen von Oliver Pocher, Johannes B. Kerner und Franz Beckenbauer nur einem Ziel dienen würden: Die Braut Sat.1 für einen möglichen Verkauf aufzuhübschen.

Weiteren Zukäufen erteilt Mäuser jetzt erst einmal eine Absage. Stattdessen sagt der Aufsichtsratchef: „Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit schlecht. Deshalb muss Pro Sieben Sat 1 darauf achten, so effizient wie möglich zu wirtschaften. Die Programminvestitionen können vor diesem Hintergrund nicht zunehmen, wir können die Realitäten nicht ignorieren.“ Das Bedeutet: Trotz hoher Investitionen bei Sat.1, muss sich die Sendergruppe als Ganzes wohl auf Sparmaßnahmen einstellen.

Ein weiterer Personalabbau scheint vorerst nicht geplant: „Es kann aber keine Entwarnung gegeben werden. Gehen die Märkte weiter nach unten, wird Pro Sieben Sat 1 reagieren müssen.“

Mäuser äußert sich dem Gespräch auch zur Verschuldung der TV-AG, die eine Höhe 3,5 Milliarden Euro erreicht haben soll. Der Manager sagt, dass irgendwann die Krise zu Ende sein wird und Pro Sieben Sat 1 seine Ertragskraft ausspielen kann. Dann würde genügend Gewinn eingefahren, um die Verschuldung abzubauen.

Das Kreditproblem von ProSiebenSat.1 ist wohl unter Kontrolle. Dagegen scheint der Zwischenholding Lavena, über die die Private Equity-Investoren Permira und KKR an der TV-Kette beteiligt sind, das Geld auszugehen. Eine Situation, die ein anderes Bieterkonsortium –bestehend aus den US-Hedgefonds Octavian, Apollo Management, Avenue Capital – offenbar ausnutzen will um so die Kontrolle über die Sender-Gruppe zu übernehmen. Zu diesem Thema gibt es keinen Kommentar von Mäuser.

Der Aufsichtsrat-Chef sagt jedoch auch, dass ein Ausstieg von Permira und KKR zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Debatte stehen würde. „Aber klar ist auch: Irgendwann werden wir Pro Sieben Sat 1 auch verkaufen.“

Ob der Käufer dann Axel Springer AG heißt, kann Mäuser nicht ausschließen. Gespräche mit dem Verlagshaus geben es allerdings nicht.

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